Resiliente Versorgung gelingt nur mit besserer Koordination von Bund, Ländern und Krankenhäusern

Deutschlands Krankenhäuser sind auf viele Krisen nur unzureichend vorbereitet. Fachleute und Politik fordern im aktuellen „Blickpunkt Klinik Newsletter“ der AOK deshalb klare Zuständigkeiten, höhere Investitionen und eine nationale Lagekoordination für die Gesundheitsversorgung…

23. April 2026
  • Politik

Deutschlands Krankenhäuser gelten trotz leistungsfähiger Strukturen als nur begrenzt krisenfest. Der zentrale Schwachpunkt liegt nach Einschätzung von Fachleuten in den zersplitterten Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und weiteren Akteuren. Für eine belastbare Gesundheitsversorgung in Krisen braucht es deshalb klare Führungsstrukturen, abgestimmte Abläufe und gezielte Investitionen.

Das geplante Gesundheits-Sicherstellungsgesetz soll dafür neue Rechtsgrundlagen schaffen. Es soll Entscheidungen in Krisen beschleunigen und Fragen zu Bevorratung, Kapazitäten, Infrastruktur, Personal, Patiententransporten und Digitalisierung regeln. Anlass für die Debatte sind militärische Konflikte, Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Cyberattacken und Extremwetterlagen. Auch die Übung „Medic Quadriga“ in Berlin und die KRITIS-Fachtagung von „Gesundheitsstadt Berlin“ haben den Handlungsdruck unterstrichen.

Analysen nach der Ahrtal-Flut zeigen, dass selbst grundlegende Regelungen zum Krisenfall in einzelnen Ländern fehlten. Bis heute ist bei einer bundesweiten Krise nicht klar geregelt, wer ein übergreifendes Lagebild erstellt. Fachleute sehen zudem hohen Investitionsbedarf. Nach Berechnungen im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft wären für zusätzliche Strukturen, Schutzmaßnahmen und Qualifikationen Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe nötig.

Sascha van Beek fordert deshalb eine nationale Lagekoordination für die zivile Gesundheitsversorgung. Bund, Länder, Bundeswehr, Katastrophenschutz und Krankenhäuser müssten enger zusammenarbeiten. Sein Kernpunkt: Gesundheitssicherheit ist Teil der nationalen Sicherheit und muss entlang der gesamten Versorgungskette organisiert werden.

Quelle:
aok.de

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