Resilienzstrategie der EU: Datenraum, Pharmapaket und Critical Medicines Act verändern die Spielregeln

Die EU gewinnt in der Gesundheitspolitik massiv an Gewicht. Initiativen wie der Europäische Gesundheitsdatenraum, strengere Regeln für SoHOs und das Pharmapaket markieren einen Paradigmenwechsel. Resilienz steht im Zentrum, mit Strategien zur Bevorratung, medizinische Gegenmaßnahmen und ein Cyber-Sicherheitsplan für Krankenhäuser sollen Europas Systeme krisenfest gemacht werden. Mit dem Critical Medicines Act will die EU zudem die Arzneimittelproduktion zurückholen. Krankenhäuser müssen EU-Regulierungen stärker beachten, um als Akteur wahrgenommen zu werden.

1. August 2025
  • Politik


Europäische Gesundheitspolitik beeinflusst zunehmend die Krankenhausversorgung in Deutschland. Zwar bleibt die Festlegung nationaler Gesundheitssysteme in der Kompetenz der Mitgliedstaaten, doch EU-Initiativen wie der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) oder die Reform des Arzneimittelrechts verändern Rahmenbedingungen erheblich. Neue Regeln für Substanzen menschlichen Ursprungs (SoHOs) und das Pharmapaket unterstreichen die wachsende Dynamik.

Nach den Europawahlen 2024 setzt die neue Kommission auf Entbürokratisierung und Krisenresilienz. Im Zentrum stehen Strategien für eine „Preparedness Union“, Vorratshaltung und medizinische Gegenmaßnahmen. Ziel ist eine bessere Versorgungssicherheit bei Pandemien oder geopolitischen Krisen. Dazu zählen zentrale Vorräte, eine EU-Liste kritischer Gegenmaßnahmen und die Förderung innovativer Impfstoffe und Antibiotika. Ergänzend stärkt ein Aktionsplan die Cybersicherheit von Krankenhäusern.

Mit dem Critical Medicines Act will die EU die Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln sichern und die Produktion nach Europa zurückholen. Weitere Gesetzesinitiativen betreffen Medizinprodukte, In-vitro-Diagnostika und Biotechnologie.

Für deutsche Krankenhäuser heißt das, dass Europa relevanter wird, nicht nur in klassischer Gesundheitspolitik, sondern auch übergreifend, etwa bei Arbeitszeitvorgaben, Nachhaltigkeitsberichten oder Lieferkettenpflichten. Kliniken müssen europäische Entwicklungen aktiv verfolgen und ihre Interessen in Brüssel einbringen, um handlungsfähig zu bleiben.

Quelle:

daskrankenhaus.de


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