RKI meldet 7.900 Hitzetote in Deutschland und erwartet weiteren Anstieg

Bis zum 12. Juli zählte das RKI rund 7.900 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland, besonders betroffen sind Menschen ab 75 Jahren…

27. Juli 2026
  • Politik

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl hitzebedingter Todesfälle in Deutschland bis zum 12. Juli 2026 auf rund 7.900. Zwei Wochen zuvor lag der Wert noch bei 5.120. Die Übersterblichkeit im selben Zeitraum beziffert das RKI auf 14.500 Fälle.

Besonders betroffen sind ältere Menschen. Rund 2.110 Todesfälle entfielen auf die Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen, etwa 4.630 auf Menschen ab 85 Jahren. Absolut starben mehr Frauen als Männer, was das RKI auf deren höheren Anteil in den älteren Altersgruppen zurückführt.

Hitze erscheint auf Totenscheinen selten als Todesursache, da meist das Zusammenwirken mit Vorerkrankungen ausschlaggebend ist. Das Ausmaß hitzebedingter Sterblichkeit muss daher statistisch geschätzt werden. Das RKI nutzt dafür Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes sowie Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes. Im Zeitraum vom 6. bis 12. Juli lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 20,5 Grad. Ab einem Wochenmittel von etwa 20 Grad steigt laut RKI die Gesamtsterblichkeit hitzebedingt an. In sechs Bundesländern wurde dieser Schwellenwert überschritten.

Auch die Versorgungskapazitäten gerieten unter Druck. In Notaufnahmen stieg der Anteil hitzeassoziierter Fälle am extrem heißen Wochenende Ende Juni auf über sechs Prozent, gegenüber sonst üblichen ein bis 1,2 Prozent. Ärzte-, Pflege- und Patientenverbände fordern verbindliche und dauerhaft finanzierte Hitzeschutzmaßnahmen für Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Die WHO mahnte Ende Juni Aktionspläne, Frühwarnsysteme und Investitionen in klimaresiliente Gesundheitssysteme an. Neben älteren und chronisch kranken Menschen gelten auch Kinder, Schwangere, Beschäftigte im Freien und sozial Benachteiligte als besonders gefährdet.

Quelle:
aok.de

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