Roland-Berger-Studie: Drei Viertel der Kliniken wirtschaften im Minus
Eine aktuelle Roland-Berger-Studie zeigt: Drei Viertel der Krankenhäuser in Deutschland schreiben Verluste, bei öffentlichen Trägern fast 90 Prozent. Experten erwarten Fusionen, Schließungen und steigenden Investitionsbedarf…
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Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich nochmals deutlich verschlechtert. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger verzeichneten 2024 rund 75 Prozent der Kliniken ein Defizit. Besonders betroffen sind öffentliche Häuser, von denen knapp 90 Prozent Verluste meldeten. In den Vorjahren lag der Anteil deutlich niedriger. Teilweise erreichen die Defizite über 100 Millionen Euro, was selbst leistungsstarke Träger vor große Herausforderungen stellt.
Trotz dieser Entwicklung steigt die Zahl der Insolvenzen nicht so stark wie erwartet. Viele Einrichtungen sichern den Betrieb durch Umschichtungen in den Kommunalhaushalten. Als Konsequenz nehmen Zusammenschlüsse und Standortschließungen zu. Trägerverbünde prüfen, ihre Häuser zu konsolidieren und das Leistungsangebot zu verändern. Roland Berger beziffert den Investitionsbedarf für die kommenden Jahre auf 130 Milliarden Euro. Die vorhandenen Fördermittel, einschließlich des 50-Milliarden-Euro-Krankenhaustransformationsfonds, reichen dafür nicht aus. Längerfristig erwarten die befragten Klinikleitungen eine leichte Verbesserung, kurzfristig jedoch eine weitere Verschlechterung der Lage.