Sana-Chef fordert Debatte über medizinische Leistungen für Hochbetagte
Der Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken, Thomas Lemke, hat öffentlich gefordert, medizinische Leistungen für Rentnerinnen und Rentner ab 80 Jahren einzuschränken und entfacht damit eine gesellschaftliche Debatte…
- Medizin
Thomas Lemke schlägt vor, bestimmte medizinische Leistungen für Rentnerinnen und Rentner ab 80 Jahren einzuschränken. Er verweist darauf, dass beispielsweise Implantate, Hüft- und Knieoperationen in vielen anderen Ländern nur mit Eigenbeteiligung angeboten werden. Die Notfall- und Basisversorgung sollen ausgenommen bleiben.
Lemke räumt ein, dass es sich um eine ethisch schwierige Debatte handelt, spricht sich aber für eine offene Auseinandersetzung aus. Parallel plädiert er für Anreizsysteme, etwa Bonusmodelle für Versicherte mit wenigen Arztbesuchen.
Der Vorstoß hat erwartungsgemäß eine breite Diskussion ausgelöst. Kritikerinnen und Kritiker warnen vor Altersdiskriminierung und verweisen auf Einsparpotenziale in der Pharmaindustrie oder bei Managergehältern. Andere halten eine pauschale Altersgrenze für nicht sachgerecht, da viele Menschen im hohen Alter aktiv bleiben. Die Debatte erinnert an die Kontroverse um Philipp Mißfelder im Jahr 2003.
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