Sankt Josef-Hospital sieht Widerspruch zwischen Versorgungsauftrag und Bundespolitik
Das Sankt Josef-Hospital Xanten diskutiert mit den CDU-Politikern Sascha van Beek und Frederik Paul über die Folgen der Krankenhausreformen und des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, ferner über die nächtliche Notarztversorgung in Xanten und Rheinberg…
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Die stärkere Spezialisierung durch die NRW-Krankenhausreform wurde grundsätzlich positiv bewertet. Marco Plum sieht jedoch einen Widerspruch zwischen dem langfristigen Versorgungsauftrag des Landes und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Bundes. Das Sankt Josef-Hospital behielt alle relevanten Leistungsgruppen und ist zum größten Endoprothetikstandort am unteren Niederrhein geworden.
Sascha van Beek hält die Begrenzung steigender Krankenkassenbeiträge für nachvollziehbar. Im parlamentarischen Verfahren seien Nachbesserungen zugunsten der Krankenhäuser erreicht worden. Insgesamt sollen den Kliniken 550 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stehen. Frederik Paul betont die Bedeutung stabiler Sozialbeiträge für den Wirtschaftsstandort.
Die Teilnehmer befürchten eine schleichende, wirtschaftlich erzwungene Strukturbereinigung ohne entsprechende Anpassung der Versorgungsstrukturen. Die Begrenzung der Vergütungsanstiege und die Deckelung des Pflegebudgets könnten die angespannte Lage vieler Krankenhäuser weiter verschärfen. Kommunale Krankenhäuser erhalten bei anhaltenden Defiziten vielfach öffentliche Mittel, freigemeinnützige Häuser wie das Sankt Josef-Hospital müssen ihre Risiken grundsätzlich selbst tragen.
Das Pflegebudget schuf erhebliche Anreize zum Personalaufbau, erschwert aber alternative Personalkonzepte. Der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises Wesel sieht grundsätzlich vor, die nächtlichen Notarztsysteme in Xanten und Rheinberg in Alpen zusammenzuführen. Um beide Standorte zu erhalten, finanzieren die Städte Xanten und Rheinberg sowie das Sankt Josef-Hospital die Notarztversorgung gemeinsam, zunächst bis 2029. Eine Evaluation der Einsatzzahlen soll spätestens 2027 erfolgen.
Plum fordert, die Entscheidung nicht allein von der finanziellen Situation einzelner Kommunen abhängig zu machen. Van Beek sieht Kreis und Kommunen gefordert, eine tragfähige Perspektive zu entwickeln. Die Notfallreform des Bundes und ein geplantes Telenotarztsystem im Kreis Wesel könnten die künftige Organisation verändern. Die Beteiligten wollen den Austausch fortsetzen.
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