Schwarz-Rot unter Zugzwang: Niedersachsen fordert Tempo bei Klinikreform
Niedersachsens Kliniken und Ärzte fordern rasche Reformen. Der Koalitionsvertrag müsse zügig mit konkreten Maßnahmen gefüllt werden. Vorhaltefinanzierung, Bürokratieabbau und Notfallversorgung stehen im Fokus – ebenso wie die Sorge vor überlangen Schichten durch neue Arbeitszeitregelungen.
- Politik
Die Erwartungen an die schwarz-rote Landesregierung in Niedersachsen sind hoch: Krankenhäuser und Ärzte drängen auf eine zügige Umsetzung der angekündigten Gesundheitsreformen. Die wirtschaftliche Lage vieler Kliniken sei angespannt. Zwar begrüßt die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) den geplanten Inflationsausgleich für 2022 und 2023, sieht aber nur eine kurzfristige Entlastung. Die Vorhaltefinanzierung müsse dringend überarbeitet werden – sie führe aktuell zu Fehlsteuerungen und Unsicherheiten. Neben der Finanzierung steht der Bürokratieabbau ganz oben auf der Agenda. Laut Marburger Bund vergeuden Klinikärzte täglich mehrere Stunden mit Verwaltung. Eine Halbierung dieses Aufwands könne rechnerisch bis zu 32.000 Stellen freisetzen. Zugleich mahnt die Ärztegewerkschaft zur Vorsicht bei der Einführung KI-gestützter Dokumentationssysteme – hier drohten zusätzliche Belastungen. Auch zur Notfallversorgung, zur Arbeitszeit und zur Facharztterminvergabe gibt es Kritik. Die Ärztekammer fordert zudem mehr Studienplätze und mehr Prävention – durch Gesundheitsbildung in Schulen und restriktivere Werbung für Alkohol und Tabak…
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