Sechs europäische Partner entwickeln KI-Plattform für personalisierte Krankheitsdiagnostik

Das EU-geförderte Projekt GenDAI entwickelt eine KI-gestützte Plattform zur genombasierten Diagnostik chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen mit sechs europäischen Partnern…

4. September 2026
  • Data und KI

Die FernUniversität in Hagen beteiligt sich am EU-Horizon-Europe-Projekt GenDAI, das eine KI-gestützte Plattform für genombasierte Diagnostik entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Analyse des menschlichen Mikrobioms bei Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Das Projekt wird über das Marie-Skłodowska-Curie-Actions-Programm gefördert und umfasst sechs europäische Partner, darunter die Sapienza Università di Roma, die Università degli Studi di Bari Aldo Moro und die Munster Technological University in Irland.

Prof. Dr. Matthias Hemmje und Dr. Thomas Krause vom Lehrgebiet Multimedia und Internetanwendungen entwickeln Methoden, mit denen große Mengen genetischer Daten automatisch ausgewertet werden. Ziel ist eine durchgängige digitale Prozesskette, vom Rohdateneingang über Analyse und Interpretation bis zum reproduzierbaren Befund. Kooperationspartner sind Labore in Limburg und Heidelberg.

KI-Modelle sollen Biomarker ableiten, Muster in Bakteriendaten erkennen und medizinische Fachkräfte bei der Befundinterpretation unterstützen. Bisher werden Laborergebnisse häufig noch manuell in einzelnen Programmen zusammengeführt. GenDAI soll diesen Prozess automatisieren und Ärztinnen und Ärzten aufbereitete Berichte statt roher Datentabellen liefern.

Da medizinische Daten über Jahrzehnte relevant bleiben, entwickelt das Projekt zudem Konzepte zur Langzeitarchivierung. GenDAI baut auf langjähriger Forschung im Bereich Big Data, Datenanalyse und medizinischer Informatik auf. Das Lehrgebiet leitet seit 2009 das Forschungs-Institut für Telekommunikation und Kooperation und bringt sich aktiv in den Forschungsschwerpunkt Digitale Gesundheit der FernUniversität ein. Die erarbeiteten Methoden sollen langfristig auf weitere medizinische Anwendungsbereiche übertragen werden.

Quelle:
nachrichten.idw-online.de

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