Sechs Millionen Euro Volumen: Klinikum Itzehoe reagiert auf wachsenden Hybrid-DRG-Druck
Das Klinikum Itzehoe trennt ambulante Prozesse organisatorisch vom stationären Betrieb und reagiert damit auf den wirtschaftlichen Druck durch die gesetzliche Ausweitung der Hybrid-DRGs…
- Ökonomie
Das Klinikum Itzehoe erwirtschaftet derzeit weniger als zehn Prozent seines Umsatzes mit ambulanten Leistungen. Krankenhausdirektorin Hannah Maria Werner will das ändern und setzt auf klar getrennte Strukturen statt auf eine Erweiterung bestehender stationärer Abläufe.
Räumlich hat das Haus die Weichen bereits gestellt. Ein eigenes Ärzte- und Dienstleistungszentrum mit ambulantem OP-Zentrum liegt direkt am Haupteingang und ist über einen unterirdischen Zugang mit dem Haupthaus verbunden. Diese Kombination aus räumlicher Eigenständigkeit und funktionaler Nähe soll eigene Taktzeiten ermöglichen, ohne den Zugang zu intensivmedizinischen Strukturen zu verlieren.
Die organisatorische Verantwortung im ambulanten OP-Zentrum liegt beim Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), das die anästhesiologische Leitung übernimmt. Wechselzeiten, Vorbereitung und Instrumentenlogistik steuert die Einheit eigenständig. Klinikärzte bleiben eingebunden, etwa in der Weiterbildung.
Die Ressourcensteuerung erfolgt gemeinsam: Eine OP-Lenkungsrunde analysiert Kapazitäten, Saalauslastung, Schnitt-Naht-Zeiten und die Verteilung nach Leistungsart. Die Ausweitung des Hybrid-DRG-Katalogs bedeutet für das Klinikum kein automatisches Verlagern aller betroffenen Eingriffe. Viele Leistungen bleiben stationär gebunden. Das wirtschaftliche Volumen der Hybrid-DRGs beziffert Werner auf rund sechs Millionen Euro. Ob das Modell dauerhaft Bestand hat, bleibt offen.
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