Selbstkostendeckung: WIdO zieht kritische Zwischenbilanz zum Pflegebudget
Das Pflegebudget wächst rasant – doch Personalverteilung, Qualifikationsmix und Budgetverhandlungen werfen neue Fragen auf…
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Seit dem Jahr 2020 gibt es eine neue Regel für Krankenhäuser: Sie bekommen die Kosten für ihr Pflegepersonal vollständig erstattet. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat nun zum ersten Mal untersucht, wie sich das neue Finanzierungsmodel entwickelt hat. Das Ergebnis nach fünf Jahren zeigt einen starken Kostenanstieg. Das Budget für die Pflege wuchs von 19,4 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 26,1 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Gleichzeitig blieben die Fallzahlen in Krankenhäusern 12 Prozent unter dem Niveau von 2019. Pflegehilfskräfte wuchsen mit 75 Prozent deutlich stärker als Pflegefachkräfte mit 10 Prozent. In der Langzeitpflege verlangsamte sich der Personalaufbau merklich, obwohl der Bedarf dort stabil blieb oder stieg.
Die Analyse identifiziert 14 zentrale Erkenntnisse: Dazu gehören stockende Verhandlungen über das Budget und Korrekturen, weil Geld doppelt floss. Auch die Regeln für die Mindestanzahl an Pflegekräften verbesserten die Lage nicht. Die Autoren fordern deshalb, die Finanzierung der Pflege weiterzuentwickeln. Sie soll mehr leisten, als nur die reinen Kosten zu decken.
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