Sieben von zehn Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz berichten von körperlichen Übergriffen
Rund 70 Prozent der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz berichten von Übergriffen. Die Landespflegekammer begrüßt härtere Strafen und fordert zugleich ausreichend finanzierte Schutzkonzepte und Deeskalationstrainings…
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Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz unterstützt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, Angriffe auf Beschäftigte im Gesundheitswesen konsequenter zu verfolgen und härter zu bestrafen. Zugleich fordert sie, den Schutz der Beschäftigten in den Einrichtungen strukturell zu verbessern.
Die Allensbach-Studie der Kammer aus dem Jahr 2025 belegt das Ausmaß des Problems. Rund 70 Prozent der befragten Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz berichten von körperlichen Übergriffen durch Patientinnen, Patienten oder Angehörige. Die Vorfälle reichen von Beleidigungen und Bedrohungen bis zu körperlichen Angriffen. Besonders betroffen sind jüngere Beschäftigte. Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen gab an, fachlich nicht ausreichend auf solche Situationen vorbereitet zu sein.
Vizepräsidentin Andrea Bergsträßer, zugleich Pflegedirektorin am Westpfalz-Klinikum, betont, dass Betroffene oft langfristig unter solchen Erlebnissen leiden und Übergriffe dazu beitragen können, dass Pflegefachpersonen den Beruf früher verlassen.
Die Kammer unterstützt die angekündigte Null-Toleranz-Linie und ermutigt Pflegende, Übergriffe konsequent zur Anzeige zu bringen. Gleichzeitig fordert sie, Gewaltprävention früher anzusetzen, durch finanzierte Schutzkonzepte, Deeskalationstrainings und psychologische Unterstützung nach Vorfällen. Die Kammer steht Mitgliedern nach Gewalterfahrungen beratend zur Seite.
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