Sparpläne bremsen Investitionen der Pharmakonzerne in Deutschland
Roche stellt alle künftigen Investitionen in Deutschland aus Ärger über die Sparvorgaben der Bundesregierung auf den Prüfstand. Eli Lilly und Boehringer Ingelheim haben ihre Pläne bereits gekürzt beziehungsweise gestrichen…
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Roche setzt sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland vorerst aus. Der Konzern reagiert damit auf Sparvorgaben im Gesundheitswesen und fordert verlässliche Rahmenbedingungen.
Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners sagte der Welt, für den Pharmabereich habe die Politik zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört. Der Konzern beschäftigt in Deutschland mehr als 18.000 Menschen und baut seinen Standort im bayerischen Penzberg stark aus.
Die Kritik richtet sich gegen einen Widerspruch im Koalitionsvertrag. Die Bundesregierung will den Pharmastandort stärken, verschärft der Branche aber zugleich die Sparvorgaben. Die Unternehmen kritisieren vor allem die Erhöhung des Herstellerrabatts, den Arzneimittelhersteller den Krankenkassen gewähren müssen.
Auch andere Konzerne ziehen Konsequenzen. Eli Lilly kündigte im Sommer an, geplante Investitionen von 2,5 Milliarden Euro in Rheinland-Pfalz zu halbieren. Boehringer Ingelheim strich geplante Ausgaben von 900 Millionen Euro vollständig. Beide verweisen auf die Sparvorgaben. Auch der US-Pharmakonzern Pfizer hatte Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand gestellt.
Steiners lobte die US-Industriepolitik und forderte von Europa, sich wieder anzustrengen. Die Nachricht ist ein Rückschlag für die Bundesregierung, die am Montag bei einem Investorengipfel in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) um Unternehmen für den Standort Deutschland geworben hat.
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