Sparpläne im Gesundheitswesen: Experten sehen mehr Lasten für Versicherte

Gesundheitsökonom Heinz Rothgang und die Dermatologen kritisieren die Sparpläne von Ministerin Nina Warken. Sie sehen mehr Lasten für Versicherte und warnen vor Einschnitten bei Mitversicherung und Hautkrebs-Vorsorge…

20. April 2026
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Die konkretisierten Sparpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken verlagern nach Einschätzung von Gesundheitsökonom Heinz Rothgang zusätzliche Lasten auf die Versicherten. Auch Dermatologen warnen vor den Folgen. Besonders die geplanten Einschnitte bei der beitragsfreien Mitversicherung und beim Hautkrebs-Screening stehen in der Kritik.

Rothgang sagte MDR AKTUELL, Warken gehe über die Vorschläge der Experten-Kommission hinaus und belaste Versicherte stärker. Er nannte höhere Zuzahlungen für Arzneimittel und Einschränkungen bei der kostenfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern. Offen sei aus seiner Sicht, ob Ärzte tatsächlich in dem angekündigten Umfang belastet würden.

Kritik äußerte Rothgang auch an der geplanten Verwendung zusätzlicher Einnahmen aus einer höheren Tabaksteuer. Dieses Geld solle nicht ins Gesundheitssystem fließen, sondern zur Subventionierung von Kraftstoff an Tankstellen.

Warken verteidigte den geplanten Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung für Ehepartner, die weder Kinder erziehen noch Angehörige pflegen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte sie, das könne die Eigenständigkeit von Frauen stärken und ein Beschäftigungshemmnis abbauen.

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft warnte zugleich vor einer Streichung des Hautkrebs-Screenings. Präsident Mark Berneburg sagte, früh erkannter Hautkrebs lasse sich erfolgreicher und deutlich günstiger behandeln. Er fordert, das Screening mindestens für Risikogruppen zu erhalten. Derzeit können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening nutzen.

Quelle:
mdr.de

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