Spatial Computing im OP: Wie Datenbrillen und Roboter die Präzisionschirurgie neu definieren

Fraunhofer IWU und Universitätsklinikum Leipzig kombinieren Robotersysteme mit Datenbrillen-Technologie für präzisere minimalinvasive Eingriffe in Urologie, Kieferchirurgie und Tumor-Orthopädie…

30. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Eine vom Fraunhofer IWU und dem Universitätsklinikum Leipzig entwickelte App verbindet MRT-Bilddaten mit handelsüblichen Datenbrillen wie der Apple Vision Pro und macht Spatial Computing damit auch für Kliniken mit kleineren Budgets nutzbar. Die Technologie ist seit etwas mehr als einem Jahr verfügbar und hat Leipzig sowie die Region Südwestsachsen internationale Aufmerksamkeit eingebracht, darunter das Interesse von Apple selbst.

Im Operationssaal blendet die Datenbrille präzise Bildinformationen direkt ins Sichtfeld des Chirurgen ein. Robotersysteme wie Da Vinci übersetzen Bewegungsbefehle millimetergenau in Echtzeit und filtern dabei feinstes Zittern heraus. Instrumente mit beweglichen Spitzen ermöglichen Eingriffe selbst in extrem engen Körperregionen.

Konkrete Einsatzfelder sind die Urologie, etwa bei der Prostataentfernung zum Schutz kontinenz- und potenzrelevanter Nerven, die Mund- und Kieferchirurgie mit Echtzeitdarstellung von Nervenverläufen und Zahnwurzeln sowie die Tumor-Orthopädie. Dort helfen exakte Tumorgrenzen und einzuhaltende Resektionsränder dabei, gesundes Gewebe bestmöglich zu erhalten.

Vom 25. bis 27. Juni 2026 veranstaltete das Fraunhofer IWU in Leipzig den ersten europäischen Fachkongress zu medizinischen Anwendungen des Spatial Computing. Langfristiges Ziel ist die Gründung eines europäischen Zentrums für Spatial Computing in Sachsen.

Quelle:
e-health-com.de

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