St.-Bernhard-Hospital Brake stellt nach 146 Jahren den Betrieb ein
Nach 146 Jahren gibt das St.-Bernhard-Hospital in Brake seinen Betrieb auf. Kostendruck, unzureichende Refinanzierung und fehlende kommunale Trägerschaft machen eine Fortführung unmöglich…
- Politik
- Ökonomie
Das St.-Bernhard-Hospital in Brake, mit rund 100 Betten das kleinste katholische Allgemeinkrankenhaus im niedersächsischen Teil des Bistums Münster, stellt seinen Betrieb ein. Die Schließung ist für Herbst 2026 geplant, ein genaues Datum steht noch nicht fest.
Seit November 2025 lief ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Trotz aller Bemühungen von Geschäftsführung, Mitarbeitenden, Gläubigern und Partnern ließ sich der Standort nicht erhalten. Als Ursachen nennt das Hospital eine dauerhaft unzureichende Refinanzierung, gestiegene Tariflöhne, höhere Energiepreise sowie steigende Kosten für Medizinprodukte, Arzneimittel und die allgemeine Inflation.
Erschwerend kommt hinzu, dass freigemeinnützige Träger anders als kommunale oder Universitätskliniken keine öffentlichen Ausgleichszahlungen erhalten. Das Hospital verweist ausdrücklich auf die fehlende finanzielle Unterstützung durch einen kommunalen Träger.
Dr. Martin Pohlmann, stellvertretender Direktor des Landes-Caritasverbands für Oldenburg, sieht die Ursache klar in den politischen Rahmenbedingungen und richtet einen dringenden Appell an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), freigemeinnützige Kliniken dauerhaft zu sichern.
Von den rund 350 Beschäftigten werden Kündigungen nicht zu vermeiden sein. Das Hospital arbeitet mit Sozialpartnern und umliegenden Krankenhäusern daran, möglichst viele Anschlussbeschäftigungen zu ermöglichen. Die Patientenversorgung läuft bis zur endgültigen Schließung weiter.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.