Stadt Villingen-Schwenningen verweigert Defizitausgleich: Landkreis übernimmt Klinikum-Verluste allein
Weil die Stadt Villingen-Schwenningen den Defizitausgleich für das Schwarzwald-Baar-Klinikum ablehnte, trägt der Landkreis das Verlustjahr 2024 allein und erhöht seinen Gesellschaftsanteil auf 62,8 Prozent…
- Ökonomie
Der Landkreis Schwarzwald-Baar übernimmt das Klinikum-Defizit 2024 vollständig, weil die Stadt Villingen-Schwenningen im Juli 2025 beschloss, sich nicht am Verlustausgleich zu beteiligen. Das Schwarzwald-Baar-Klinikum, das mit 1.000 Betten und 3.300 Mitarbeitern Versorgung auf universitärem Niveau bietet, war bislang ein Gemeinschaftsprojekt beider Träger.
Das Defizit 2024 beläuft sich auf 11,28 Millionen Euro. Die Klinikgesellschaft übernahm die Hälfte aus eigenen Rücklagen. Die verbleibenden 5,64 Millionen Euro hätten Kreis und Stadt je zur Hälfte tragen sollen. Nach Abzug einer gemeinsamen Vorauszahlung von 1,5 Millionen Euro wären für jeden Gesellschafter 4,14 Millionen Euro fällig gewesen. Da die Stadt ablehnte, sprang der Kreis allein ein.
Kreisfinanzdezernent Boris Schmid erläuterte dem Kreistagsausschuss die Verbuchung: 3,75 Millionen Euro wurden im Haushalt 2025 angesetzt, weitere 3,2 Millionen als Verlustausgleich. Auf 2026 wurden 530.000 Euro übertragen; 920.000 Euro erhöhen das Stammkapital des Kreises. Dadurch steigt dessen Anteil an der Klinik-GmbH von 60,26 auf 62,8 Prozent. Im laufenden Jahr sind noch 0,4 Millionen Euro für die Beteiligungserhöhung fällig.
Alle 21 Ausschussmitglieder genehmigten die Übertragung der ausstehenden Zahlungen in Höhe von rund sechs Millionen Euro. FDP-Vertreter Frank Bonath wies darauf hin, dass das Klinikum die Hälfte des Defizits wohl nicht dauerhaft aus eigenen Rücklagen tragen kann.
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