Sterberisiko durch Klinikwahl: Kritik an der Verteilung von Herzinfarktpatient*innen

Die deutsche Klinikstruktur führt zu einer vermeidbaren Übersterblichkeit bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt und Krebs, da viele Patient*innen nicht in spezialisierte Zentren überwiesen werden, was Experten wie Prof. Jan-Marc Hodek als Mangel an zielgerichteter Versorgung und sinnvoller Finanzverteilung kritisieren.

31. Oktober 2024
  • Medizin
  • Politik
  • QM
  • Ökonomie


Trotz hoher Investitionen zeigt das deutsche Gesundheitssystem Mängel bei der gezielten Versorgung schwerkranker Patientinnen. Laut Prof. Jan-Marc Hodek, Experte für Krankenhausökonomie, könnten jährlich Tausende Todesfälle bei Herzinfarkten und Krebs vermieden werden, wenn Patientinnen konsequent in spezialisierte Kliniken mit entsprechender Ausrüstung wie Herzkatheterlaboren behandelt würden. Während Länder wie Dänemark und die Niederlande bereits auf spezialisierte Versorgungszentren setzen, behandelt Deutschland viele Erkrankungen stationär und oft ohne ausreichende Spezialisierung, was zu vermeidbaren Risiken führt. Hodek sieht in der aktuellen Krankenhausreform grundsätzlich einen Schritt in die richtige Richtung, fordert jedoch eine verbesserte Verteilung der Gelder aus dem Transformationsfonds sowie flexible Versorgungszentren, um eine wohnortnahe Notfall- und Kurzzeitversorgung zu gewährleisten. Bis spezialisierte Informationen zu Kliniken im Bundesklinikatlas zugänglich sind, empfiehlt Hodek Patient*innen bei planbaren Eingriffen die Konsultation erfahrener Haus- und Fachärzte zur Wahl geeigneter Krankenhäuser…

Quelle:

schwaebische.de


Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.