Stockt die Ambulantisierung? Der SpiFa, der BVKJ und der BNKD warnen vor Fehlanreizen im Reformmodell

20. Juni 2025
  • Medizin
  • Ökonomie


Hybrid-DRG als Reformbremse? Fachverbände schlagen Alarm: Fehlanreize, Bürokratie und pauschale Ausschlüsse gefährden die Versorgung chronisch kranker Kinder. Sie fordern ein Umdenken und warnen vor Rückschritten bei der Ambulantisierung in Deutschland.

Die jüngsten Regelungen zu den Hybrid-DRGs stoßen auf heftige Kritik der ärztlichen Fachverbände. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich bei der Ambulantisierung medizinischer Leistungen hinterher, was besonders Kinder und Jugendliche trifft. SpiFa, BVKJ und BNKD kritisieren eine Reihe struktureller Defizite. Dazu zählen eine unzureichende Vergütung der Sachkosten, hohe bürokratische Hürden und gesetzlich festgeschriebene Ausschlüsse vulnerabler Gruppen. Fachärzt:innen sehen sich durch diese Ausgestaltung benachteiligt und in ihrer Behandlungskompetenz eingeschränkt. Laut Dr. Heinrich (SpiFa) droht die Reform ins Gegenteil zu kippen. Dr. Hubmann (BVKJ) fordert, Kinderpraxen stärker einzubinden und stationäre Abhängigkeiten abzubauen. Auch Dr. Lippert (BNKD) verweist auf die Vorteile ambulanter Eingriffe, insbesondere für Kinder. Die Verbände verlangen einheitliche Abrechnungsstandards, eine volle Sachkostenübernahme und eine EBM-übersteigende Vergütung. Zudem müsse der Ausschluss schutzbedürftiger Gruppen aufgehoben werden. Ein Vergleich mit europäischen Nachbarn zeigt: Deutschland verschenkt Potenzial. Die Hybrid-DRG könnten ein Hebel für eine echte Versorgungsverbesserung sein – vorausgesetzt, der Gesetzgeber zieht entschlossen nach.

Quelle:

verbandsbuero.de


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