„Stop Violence Everywhere“: Notfallmediziner verlangen mehr Personal, Technik und Sicherheit

Zum Emergency Medicine Day am 27. Mai warnt die DGINA vor zunehmender Gewalt in Notaufnahmen und fordert verbindliche Schutzmaßnahmen, bessere Sicherheitskonzepte und bedarfsgerechte Personalausstattung…

28. Mai 2026
  • Personal
  • Pflege
  • Politik
  • QM

Die DGINA – Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin fordert zum Emergency Medicine Day am 27. Mai 2026 einen besseren Schutz vor Gewalt in Notaufnahmen und im Rettungsdienst. Unter dem Motto „Safe Space for Emergency Medicine Teams. Stop Violence Everywhere“ macht die Fachgesellschaft deutlich, dass Gewalt gegen medizinisches Personal ein Niveau erreicht habe, das Mitarbeitende und Patienten gefährde.

Grundlage sind Daten aus einer aktuellen deutschlandweiten Befragung: 97 Prozent der Beschäftigten in Notaufnahmen und auf Intensivstationen berichten von verbaler Gewalt, 76 Prozent von körperlichen Übergriffen und mehr als die Hälfte von sexualisierter Gewalt. Drei Viertel erleben Gewalt als alltäglichen Teil der Arbeit. Genannte Folgen reichen von Angst und Schlafstörungen über Burn-out bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen. Nicole Kirchwehm, Sprecherin der DGINA-Arbeitsgruppe „Gewaltfrei“, betont, Gewalt dürfe nicht als normal akzeptiert werden und müsse sichtbar gemacht, systematisch erfasst und gezielt bekämpft werden.

Übergriffe treten laut DGINA besonders häufig im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenintoxikationen, langen Wartezeiten und Überfüllung auf. Die Fachgesellschaft verweist zudem auf strukturelle Faktoren wie überlastete Notaufnahmen, fehlende Rückzugsräume, unzureichende Sicherheitskonzepte und chronischen Personalmangel. Gefordert werden verpflichtende Deeskalationstrainings, die systematische Erfassung von Vorfällen, psychosoziale Unterstützung, bessere Sicherheitskonzepte, Sicherheitsdienste, technische Alarmsysteme, bauliche Schutzmaßnahmen sowie eine bedarfsgerechte Personalausstattung und Finanzierung. Beim DGINA-Kongress vom 9. bis 13. Juni 2026 in Hamburg soll das Thema in einer eigenen Session aufgegriffen werden.

Quelle:
dgina.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.