Streit um Steuerung der Notfallversorgung: Drei Anläufe, kein Durchbruch in Sicht
Die geplante Notfallreform stößt auf Zustimmung bei Krankenkassen, doch Ärztinnen und Ärzte äußern Zweifel an Umsetzbarkeit und Steuerungssystem…
- Politik
Der Entwurf von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur Reform der Notfallversorgung löst gemischte Reaktionen aus. Krankenkassen begrüßen die Pläne als wichtigen Schritt zu einer besseren Steuerung von Notfällen, während die Kassenärztliche Bundesvereinigung vor neuen Belastungen und unklaren Zuständigkeiten warnt. Kernpunkt der Reform ist eine strukturierte Ersteinschätzung, die über die Notrufnummer 116 117 oder in Integrierten Notfallzentren erfolgen soll. Damit sollen Patientinnen und Patienten gezielter versorgt und die Notaufnahmen entlastet werden.
Die Reform sieht vor, den Rettungsdienst stärker in die Regelversorgung einzubinden und flächendeckend gemeinsame Notfallzentren von Krankenhäusern und KVen zu etablieren. Uneinigkeit herrscht über deren Zahl und Aufgaben. Während Krankenkassen von einer besseren Versorgung sprechen, kritisieren Vertragsärzte den zusätzlichen Aufwand und die begrenzten Ressourcen. Auch der geplante Hausbesuchs-Service über die 116 117 stößt auf Skepsis.
Warken steht mit ihrem Entwurf bereits im dritten Reformanlauf. Ob es diesmal gelingt, den Spagat zwischen Steuerung, Verantwortung und Entlastung zu meistern, bleibt offen.
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