Stroke Units in Gefahr: DSG warnt vor Fehlentscheidungen in der Krankenhausreform

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft warnt zum Welt-Schlaganfalltag vor kurzfristigen Sparentscheidungen in der Krankenhausreform, die bewährte Stroke Units gefährden könnten, und fordert bundesweit vergleichbare Maßstäbe für die Zuweisung der Leistungsgruppe Stroke Unit…

30. Oktober 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Die über Jahrzehnte aufgebauten Versorgungsstrukturen für Schlaganfallpatienten könnten durch die Krankenhausreform gefährdet werden, warnt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Ihr Positionspapier fordert, bewährte Stroke Units zu erhalten und regionale Versorgungsbedürfnisse stärker zu berücksichtigen.

Eine spezialisierte Schlaganfallbehandlung rettet Leben und kann schwere Behinderungen verhindern. Prof. Waltraud Pfeilschifter, 1. Vorsitzende der DSG, betont, dass es darauf ankommt, das verschlossene Hirngefäß in kurzer Zeit wiederzueröffnen.

Eine deutsche Langzeitstudie mit Daten aus mehr als 1.000 Krankenhäusern zeigt: Die Versorgung in Häusern mit Stroke Unit war mit einer um 5,6 Prozent niedrigeren risikoadjustierten 30-Tage-Sterblichkeit verbunden. Moderne Therapien können zudem bleibende Behinderungen verringern und langfristig Folgekosten vermeiden helfen.

Deutschland verfügt über ein international anerkanntes, abgestuftes System. Rund 90 Prozent der Patienten werden in neurologischen Kliniken mit Stroke Unit behandelt.

Die DSG sieht jedoch mit Sorge, dass die Qualitätskriterien für die Zuweisung der Leistungsgruppe Stroke Unit im Zuge der Krankenhausreform regional unterschiedlich ausgelegt werden. Bewährte Standorte könnten dadurch trotz ihrer Bedeutung für die Bevölkerung gefährdet sein.

Helge Topka, seit Oktober Geschäftsführer der DSG, fordert bundesweit vergleichbare Maßstäbe: „Es darf nicht vom Bundesland abhängen, ob eine gut funktionierende Stroke Unit erhalten bleibt.“ Entscheidend seien die Erreichbarkeit der nächsten Stroke Unit, die Zahl der versorgten Patienten und nachgewiesene Qualitätsstandards.

Die DSG appelliert an die Bundesländer, die langfristigen Folgen bei der Krankenhausplanung zu berücksichtigen. Wer bewährte Standorte aus der Versorgung nimmt, muss sicherstellen, dass Patienten ohne zusätzliche Verzögerung spezialisierte Hilfe erhalten. Sonst drohen schlechtere Behandlungsergebnisse, mehr Pflegebedürftigkeit und höhere Kosten.

Quelle:
idw-online.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.