Studie sieht Nachholbedarf bei Prävention und Versorgung in Deutschland
Eine Untersuchung sieht Deutschland bei vermeidbaren Todesfällen weiter hinter westeuropäischen Ländern. Besonders im Nordosten treffen Unterschiede bei Prävention, Behandlung und soziale Faktoren zusammen…
- Politik
Eine neue Untersuchung zeigt, dass Deutschland vermeidbare Todesfälle zwar reduziert hat, im westeuropäischen Vergleich aber zurückbleibt. Der Abstand zu Ländern mit besonders niedriger vermeidbarer Sterblichkeit hat sich nicht verringert, teils sogar vergrößert. Besonders im Nordosten zeigt sich, wo Prävention und Versorgung ungleich ausfallen.
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden teilte die Ergebnisse am vergangenen Donnerstag mit. Die Analyse wertete Daten aus 581 europäischen Regionen für den Zeitraum von 2002 bis 2019 aus. Die Untersuchung zählt Todesfälle als vermeidbar, wenn wirksame medizinische Behandlung oder Prävention sie hätten verhindern können.
Besonders betroffen sind Teile von Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. In der Schweiz sowie in weiten Teilen von Italien, Frankreich und Spanien sterben dagegen vergleichsweise wenige Menschen an vermeidbaren Ursachen. In Deutschland erreichte nur die Region zwischen Tübingen und Ulm in Baden-Württemberg zeitweise ähnlich niedrige Werte.
Als Gründe nennt die Untersuchung regionale Unterschiede bei Früherkennung und Behandlung. Sie verweist auch auf Nachholbedarf bei der Prävention von Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel. Auch Einkommen, Bildung und Beschäftigungsperspektiven beeinflussen die vermeidbare Sterblichkeit.
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