Studie stärkt Debatte um Advanced Practice Nurse in Deutschland

Ein internationales Review belegt: Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen erreichen im Krankenhaus ähnliche Ergebnisse wie Ärztinnen und Ärzte – und liefern neue Argumente für Reformen…

13. Februar 2026
  • Pflege

Ein aktuelles Cochrane-Review wertete 82 Vergleichsstudien mit mehr als 28.000 Patientinnen und Patienten aus. Analysiert wurden unter anderem Sterblichkeit, Komplikationen, Wiederaufnahmen, Aufenthaltsdauer und Lebensqualität.

In den meisten untersuchten Bereichen zeigten sich keine relevanten Unterschiede zwischen pflege- und arztgeleiteten Versorgungsmodellen. Weder bei der Mortalität noch bei unerwünschten Ereignissen ergaben sich Nachteile für die Versorgung durch qualifizierte Pflegefachpersonen. In einzelnen Feldern, etwa beim Diabetes- oder Ekzemmanagement, schnitt die Pflege leicht besser ab.

Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Schluss, dass Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen ärztliche Aufgaben im Krankenhaus sicher und wirksam übernehmen können.

Die Debatte erhält damit neuen Rückenwind. Im Zuge der geplanten Einführung eines Primärversorgungssystems spricht sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken für eine breitere Aufgabenverteilung aus. Das Berufsbild der Advanced Practice Nurse soll mehr Verantwortung übernehmen, etwa bei Hausbesuchen.

Die meisten Studien stammen aus Ländern mit etablierten akademischen Pflegeprofilen wie Großbritannien oder den Niederlanden. In Deutschland liegt der Anteil akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen bei unter fünf Prozent. Deutsche Daten flossen nicht ein.

Quelle:
aok.de

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