SÜV, Hybrid-DRG, INZ: Drei Krankenhausreform-Instrumente, drei Baustellen

Die Krankenhausreform adressiert die ländliche Versorgung nur unzureichend. SÜV, Hybrid-DRG und Notfallreform stocken aus strukturellen und finanziellen Gründen…

26. August 2026
  • Politik

Die Krankenhausreform ist verabschiedet, doch das zentrale Problem bleibt ungelöst: die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Die politische Debatte kreist fast ausschließlich um Klinikschließungen, während ein tragfähiges Gesamtkonzept fehlt.

Krankenkassen argumentieren finanzmathematisch und fordern Schließungen, ohne den gleichzeitigen Kollaps der ambulanten Versorgung einzubeziehen. Schließen Haus- und Facharztpraxen, weichen Patienten auf Notaufnahmen aus. Krankenhausvertreter nutzen die Angst der Bevölkerung, um pauschal mehr Mittel zu fordern. Die Bereitschaft zur Neuordnung bleibt vielfach ohne Konsequenz.

Das Bundesgesundheitsministerium bietet nur Stückwerk. Die sektorübergreifenden Versorgungseinrichtungen (SÜV, ehemals Level 1i), für die sich schätzungsweise 300 bis 350 Landkrankenhäuser eignen würden, hängen in der Warteschleife, weil sich die Selbstverwaltungspartner nicht auf eine Finanzierung einigen können. Die Hybrid-DRG, die ambulantes Operieren fördern sollen, scheitern an ihrer Komplexität. Kritik kommt von Sachverständigenratsmitglied Jonas Schreyögg, der Mehrheit der Klinikvertreter und InEK-Chef-Kalkulator Frank Heimig.

Die Reform der ambulanten Notfallversorgung mit Integrierten Notfallzentren (INZ) und Telefonleitstellen soll im Herbst verabschiedet werden und im Januar in Kraft treten. Der Streit zwischen Kliniken, Kassenärzten, Ländern und Bund dauert seit über zehn Jahren an. Die sektorenübergreifende Versorgungsplanung gilt als Schlüssel, taucht bislang jedoch nur in Koalitionsverträgen und Sonntagsreden auf.

Quelle:
bibliomedmanager.de

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