Technik hilft, Verantwortung bleibt: Ethiker Wiesing über KI im Gesundheitswesen

Zwischen technologischer Euphorie und medizinischer Verantwortung wächst der Druck, KI richtig einzuordnen. Urban Wiesing spricht über offene Fragen, ethische Grenzen und notwendige Leitplanken…

12. Februar 2026
  • Data und KI

Künstliche Intelligenz gewinnt in der Medizin schnell an Bedeutung und stellt bewährte Strukturen infrage. Der Mediziner und Ethiker Urban Wiesing betont, dass das Entwicklungstempo hoch ist, langfristige Folgen jedoch kaum verlässlich abschätzbar bleiben. Gerade deshalb müsse frühzeitig festgelegt werden, welche Grundprinzipien der Medizin unverändert gelten sollen.

Wiesing sieht starke wirtschaftliche Anreize, neue KI-Anwendungen rasch einzuführen. Er fordert für digitale Systeme vergleichbare Prüf- und Zulassungsverfahren wie bei Medikamenten. Ohne klare Regeln drohten Risiken für Patientinnen und Patienten.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz vulnerabler Gruppen. Erfahrungen aus der Arzneimittelforschung zeigen, dass pauschale Ausschlüsse Nachteile erzeugen können. Für KI seien deshalb differenzierte Lösungen nötig.

Trotz kultureller Unterschiede existieren weltweit anerkannte ethische Kernprinzipien der Medizin. Diese müssten auch im digitalen Raum gelten. KI soll unterstützen, nicht ersetzen, und Entscheidungen müssen nachvollziehbar bleiben. Vertrauen und Transparenz sieht Wiesing als zentrale Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Nutzung medizinischer Daten.

Quelle:
sonntagsblatt.de

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