Teichert warnt: Ohne Reform kein Versorgungsnetz

MV steht unter Druck: Die AOK Nordost warnt vor wachsender Unterversorgung, vor allem auf dem Land. Vorstandschefin Daniela Teichert fordert ein Ende des Planungssilos und setzt auf integrierte Lösungen. Doch viele Modellprojekte verschwinden nach der Förderung in der Versenkung.

12. Juni 2025
  • Politik
  • Ökonomie


Die Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Daniela Teichert, sieht die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend gefährdet. Besonders im ländlichen Raum droht eine hausärztliche Unterversorgung. Auch Facharzttermine sind vielerorts schwer zu bekommen. Teichert kritisiert die isolierte Krankenhausplanung und fordert eine sektorenübergreifende, regionale Versorgungsplanung. Vorbild sei Brandenburg, wo Bedarfe ambulant und stationär gemeinsam analysiert werden. In MV fehle bislang eine gesetzliche Grundlage dafür. Zudem beklagt die AOK-Chefin, dass viele erfolgreiche Modellprojekte mangels Anschlussfinanzierung scheitern. Sie fordert eine bessere Verzahnung von Versorgungsstrukturen, den Einbezug anderer Berufsgruppen sowie eine Qualitätsdebatte statt Leistungskürzungen. Patienten seien bereit, für kürzere Wartezeiten längere Wege oder weniger Arztwahlfreiheit in Kauf zu nehmen. Effizienzreserven sieht Teichert vor allem in der Entlastung ärztlicher Tätigkeiten und im Umgang mit sogenannten „Verdünnerfällen“.

Quelle:

nordkurier.de


Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.