Teilzeit und Topsharing gewinnen in der Medizin an Bedeutung
Teilzeit bleibt für viele Ärztinnen und Ärzte wichtig. Zugleich stößt Topsharing auf mehr Interesse. Vertreterinnen auf dem DGIM-Kongress fordern deshalb flexiblere Arbeitszeiten, digitale Prozesse und weniger Dokumentationsaufwand…
- Personal
Die Arbeitsmodelle in der Medizin verändern sich und Teilzeit gewinnt weiter an Bedeutung. Auch Topsharing stößt besonders bei jungen Ärztinnen und Ärzten auf mehr Interesse. Vertreterinnen auf dem DGIM-Kongress in Wiesbaden betonten, dass Kliniken diese Entwicklung ernst nehmen müssen, um junge Ärztinnen und Ärzte nicht zu verlieren.
Dr. Sonja Mathes verwies auf Umfrageergebnisse des Marburger Bundes. Demnach arbeiteten 2024 rund 36 Prozent der angestellten Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit und 64 Prozent in Vollzeit. Sie sagte, der steigende Teilzeitanteil unter angestellten Ärztinnen und Ärzten, auch in Weiterbildung, werde bleiben und weiter wachsen.
Mathes begründete das mit veränderten Erwartungen der jüngeren Generation. Themen wie Gesundheit, Flexibilität, Mobilität sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und von Beruf und Privatleben spielten eine größere Rolle. Sie wandte sich gegen den Vorwurf, die jüngere Generation wolle nicht arbeiten. Zugleich verwies sie auf den bevorstehenden Ruhestand vieler Ärztinnen und Ärzte. In den nächsten zehn Jahren werde etwa ein Drittel in den Ruhestand gehen.
Vanessa Rembold schilderte Topsharing als mögliches Führungsmodell. Sie teilt sich seit 2018 eine Oberarztstelle auf der internistischen Intensivstation der München Klinik in Harlaching mit einem Kollegen. Beide übernehmen gemeinsam die medizinische Leitung, andere Aufgaben teilen sie auf. Rembold nannte als Vorteile geteilte Verantwortung, sich ergänzende Stärken, Flexibilität und verlässliche Vertretung. Als Risiken beschrieb sie hohen Abstimmungsaufwand, mögliche Zeitverluste, verzögerte Entscheidungen und Unklarheiten im Team. Klare Aufgaben, regelmäßige Abstimmungen und ein einheitliches Auftreten seien deshalb entscheidend.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.