Thomas Meißner fordert Pflegeinformatik-Initiative und verbindliche Finanzierung der Digitalisierung
Thomas Meißner vom Deutschen Pflegerat fordert eine eigene Pflegeinformatik-Initiative, eine dauerhaft gesicherte Finanzierung und warnt vor politischen Eingriffen in die Pflegegradbeurteilung…
- Data und KI
- Digitale Klinik
- Pflege
Thomas Meißner, Vorstand der AVG und Mitglied im Deutschen Pflegerat, sieht die Pflege politisch auf einem guten Weg. Er nennt jedoch drei große Probleme: Digitale Systeme arbeiten selten zusammen und die Finanzierung der Digitalisierung reicht nicht aus.
Meißner kritisiert, dass trotz vorhandener Telematikinfrastruktur und KIM-Adressen die Vernetzung in der Praxis kaum funktioniert. Auf einem Pflegekongress in Augsburg gaben drei Viertel der Anwesenden an, noch Faxgeräte zu nutzen. Digitale Daten würden häufig ausgedruckt, unterschrieben und per Fax weitergeschickt.
Den Referentenentwurf zum GeDIG bewertet er kritisch: Das Gesetz denke zu stark aus der Logik ärztlicher Versorgung. Pflegerische Besonderheiten, etwa der mobile Betrieb ambulanter Dienste, blieben zu wenig berücksichtigt. Verbindliche Aussagen zur Finanzierung von Wartung, Software, Cybersicherheit und Schulungen fehlten.
Eine Pflegeinformatik-Initiative nach dem Vorbild ärztlicher Informatikinitiativen hält Meißner für überfällig. Nur mit standardisierten Datenstrukturen könne auch KI in der Pflege sinnvoll eingesetzt werden.
Scharf kritisiert er Überlegungen, Pflegegrad-Kriterien zu verschärfen, um Leistungsausgaben zu senken. Pflegebedürftigkeit müsse fachlich bewertet werden, nicht nach Kassenlage.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.