TK meldet Rekordausgaben, Gesundheitskosten in NRW überschreiten 10-Milliarden-Euro-Marke

Die Leistungsausgaben der Techniker Krankenkasse in NRW erreichten 2024 mit 10,7 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Pro Kopf lagen die Ausgaben bei 3.782 Euro, ein Plus von sieben Prozent. Besonders stark stiegen die Arzneimittelkosten mit 10,5 Prozent auf über 700 Euro pro Versicherten. TK fordert höhere Hersteller-Rabatte, um Kostenexplosionen zu verhindern. Kliniken bleiben mit 3,3 Milliarden Euro der größte Kostenblock, gefolgt von Arzt- und Zahnarztbehandlungen sowie Heil- und Hilfsmitteln.

1. August 2025
  • Ökonomie


Die Techniker Krankenkasse verzeichnete in Nordrhein-Westfalen 2024 einen neuen Ausgabenrekord. Mit rund 10,7 Milliarden Euro überstiegen die Leistungsausgaben erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro. Rechnerisch entfielen auf jede:n der knapp drei Millionen Versicherten 3.782 Euro, was einer Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Arzneimitteln. Mit einem Plus von 10,5 Prozent erreichten die Ausgaben pro Kopf mehr als 700 Euro, der höchste Anstieg seit zehn Jahren. Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung, fordert ein Eingreifen der Bundesregierung. Vor allem bei hochpreisigen neuen Medikamenten müsse gegengesteuert werden, indem die Hersteller zu höheren Rabatten verpflichtet werden.

Unverändert sind die Krankenhäuser der größte Kostenblock. Für stationäre Behandlungen gab die TK in NRW über 3,3 Milliarden Euro aus. Für ambulante ärztliche Leistungen wurden knapp zwei Milliarden Euro aufgewendet, was einem Zuwachs von sieben Prozent pro Versicherten entspricht. Zahnärztliche Behandlungen schlugen mit rund 720 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommen Ausgaben von rund 2,5 Milliarden Euro für Krankengeld, Heil- und Hilfsmittel sowie Präventionsangebote.

Der Kostenanstieg zeigt die strukturellen Herausforderungen im Gesundheitssystem. Teure Innovationen, demografischer Wandel und steigende Behandlungskosten setzen die Finanzierung unter Druck.

Quelle:

medecon.ruhr


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