GeDIG, FDG, EHDS: Wie neue Gesetze den Zugang zu Gesundheitsdaten neu regeln sollen
Auf dem 17. TMF-Jahreskongress nahmen rund 200 Expertinnen und Experten teil und diskutierten, wie neue Digitalgesetze und der EHDS den Zugang zu Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung verbessern sollen…
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Ob Deutschland das Potenzial seiner Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung nutzen kann, entscheidet sich im laufenden parlamentarischen Verfahren. Das war die zentrale Botschaft des 17. TMF-Jahreskongresses, der am 16. Juni 2026 in Berlin stattfand und rund 200 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Versorgung und Industrie zusammenbrachte.
Mit dem Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) entsteht erstmals ein europaweiter Rahmen für die Nutzung von Gesundheitsdaten. Nick Schneider vom Bundesministerium für Gesundheit stellte den Gesetzentwurf GeDIG vor, der eine konkrete Governance-Struktur zur EHDS-Umsetzung vorsieht. Parallel liegen mit dem Forschungsdatengesetz (FDG), dem Medizinregistergesetz (MRG) und der Notfallreform weitere Bausteine auf dem Tisch.
Prof. Peter N. Robinson vom Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité machte in seiner Keynote deutlich, dass nicht die Datenmenge die größte Herausforderung darstellt, sondern Interoperabilität und semantische Verständlichkeit. Standardisierte Phänotypdaten gelten als Voraussetzung für KI-Anwendungen, genomische Diagnostik und Präzisionsmedizin.
Forschende sehen großes Potenzial in der sicheren Verknüpfung verschiedener Datenquellen. Prof. Dr. Fabian Prasser vom BIH der Charité betonte, dass Datentreuhänderschaft und Data Governance keine bürokratischen Hürden sind, sondern Voraussetzungen für eine funktionierende Forschungsinfrastruktur.
Im Abschlusspanel betonten Abgeordnete die Bedeutung der laufenden Gesetzgebung. Dr. Andrea Lübcke MdB forderte, das Forschungsdatengesetz müsse jetzt kommen. Matthias Mieves MdB betonte, das GeDIG solle die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung, Innovation und Versorgung deutlich verbessern. Dr. Thomas Pauls MdB (CDU/CSU) bezeichnete das GeDIG als eines der wichtigsten Gesetze für die Zukunft der Medizin in dieser Legislaturperiode.
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