Über 100 Morde in einem Fall: Patientenschutz verlangt Kultur des Hinschauens

Serienmorde in Kliniken und Pflegeheimen fordern mehr Opfer als organisierte Kriminalität. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz verlangt spezialisierte Staatsanwaltschaften und digitale Medikamentendokumentation. Bisher fehlen bundesweit entsprechende Strukturen…

3. Februar 2026
  • QM

Täterinnen und Täter in Kliniken und Pflegeheimen können weitgehend unbemerkt morden. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz nennt Fälle aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen als Beispiele. In einem aktuellen Fall wird einem Beschuldigten vorgeworfen, über 100 Menschen getötet zu haben.

Die Opferzahlen übertreffen laut Brysch die Todesfälle durch organisierte Kriminalität. Dennoch existieren spezialisierte Staatsanwaltschaften nur für Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen. Bayern und Hessen haben solche Zentralstellen eingerichtet, wenn es um Betrug oder Korruption geht.

Brysch fordert Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Tötungsdelikte in der Pflege. Diese könnten Muster früh erkennen und gebündelt ermitteln. Zusätzlich brauchen Einrichtungen eine Kultur des Hinschauens durch Training. Die Vergabe von Medikamenten soll digital dokumentiert und kontrolliert werden, denn nur so lasse sich verhindern, dass Schwache und Kranke weiter unbemerkt zu Opfern werden.

Quelle:
deutschlandfunk.de

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