UKE-Studie: Angehörige schätzen den Patientenwillen oft falsch ein

Eine UKE-Studie zeigt, dass Angehörige den Patientenwillen oft nur unsicher einschätzen können. Fehlende Gespräche, unklare Wünsche und Wissenslücken erschweren verlässliche Entscheidungen in Akutsituationen…

16. April 2026
  • QM

Angehörige kennen den Patientenwillen oft nicht so sicher, wie es in Notaufnahme oder Intensivstation nötig wäre. Genau das zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Für Ärzte und Angehörige ist das relevant, weil falsche Einschätzungen dazu führen können, dass Patienten mehr oder weniger Behandlung erhalten, als sie tatsächlich wollen.

Das Forschungsteam befragte 2021 über mehrere Monate 105 Patienten auf regulären Stationen zu acht Behandlungsmaßnahmen und sechs Lebensqualitätszielen. Danach interviewte es jeweils eine angehörige Person telefonisch. Nur 56,2 Prozent von Patienten und Angehörigen gaben übereinstimmend an, überhaupt über diese Wünsche gesprochen zu haben. Lediglich 37,1 Prozent der Angehörigen waren sicher, den Willen der Patienten zutreffend wiedergeben zu können.

Bei konkreten Behandlungen stimmten vermuteter und tatsächlicher Wille im Durchschnitt zu 82,1 Prozent überein. Bei der Frage nach einem künstlichen Herz sank die Übereinstimmung aber auf 56,2 Prozent. 29,5 Prozent der Patienten und 15,2 Prozent der Angehörigen kannten diese Maßnahme nicht. Bei der Mindestlebensqualität lag die Übereinstimmung bei 86,4 Prozent.

Die Forschenden sehen die Ursachen vor allem in unklarer oder widersprüchlicher Kommunikation, nicht geäußerten Wünschen, fehlendem Wissen und später geänderten Entscheidungen. Sie empfehlen deshalb frühe und intensive Gespräche sowie ärztliche Beratung und Begleitung.

Quelle:
rechtsdepesche.de

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