Umfrage zeigt breite Reformbereitschaft im Gesundheitswesen

Eine Befragung von Bertelsmann Stiftung und Bosch Health Campus zeigt breite Reformbereitschaft im Gesundheitswesen, aber klare Vorbehalte bei verpflichtender Ersteinschätzung, längeren Wegen und KI-Symptombewertung…

8. Mai 2026
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Viele Menschen in Deutschland unterstützen grundlegende Reformen im Gesundheitswesen, wenn Versorgung flexibel bleibt und gesundheitliche Anliegen zügig geklärt werden können. In einer repräsentativen telefonischen Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und des Bosch Health Campus erklärten 92 Prozent der Teilnehmenden ihre Reformbereitschaft.

Aktuell sind 68 Prozent der Bevölkerung mit der gesundheitlichen Versorgung zufrieden. Zwischen Stadt und Land zeigen sich Unterschiede. In Städten liegt die Zufriedenheit bei 72 Prozent, in ländlichen Regionen bei 63 Prozent. Für die Zukunft erwarten 63 Prozent der Befragten eine deutliche Verschlechterung der Versorgung.

Hohe Zustimmung erhalten ein rund um die Uhr erreichbarer zentraler Gesundheitsservice mit 78 Prozent, eine einheitliche Dringlichkeitseinschätzung mit 74 Prozent und eine zentrale Terminzuweisung je nach Anliegen mit 76 Prozent. Eine verpflichtende Nutzung einer Ersteinschätzung, auch digital, lehnen dagegen 55 Prozent ab.

Auch neue Versorgungsmodelle finden Zuspruch. 75 Prozent wären zur Selbstbehandlung bereit, wenn geprüfte und leicht zugängliche Gesundheitsinformationen verfügbar sind. Die Versorgungsketten „Hausarzt vor Facharzt“ und „ambulant vor stationär“ erreichen Zustimmungswerte von 71 und 63 Prozent. Mobile Versorgungsangebote befürworten 80 Prozent.

Bei Gesundheitszentren statt Arztpraxen liegt die Zustimmung bei 83 Prozent, sinkt bei längeren Wegen aber auf 63 Prozent. Digitale Klärungen per Telefon oder Video können sich 55 Prozent vorstellen, bei den 18- bis 34-Jährigen 74 Prozent. KI zur Symptomeinschätzung lehnen 67 Prozent ab, während 49 Prozent einer KI-Analyse ihrer Gesundheitsdaten zustimmen würden.

Brigitte Mohn, die Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, sieht in den Ergebnissen eine „Sternstunde für die Politik“ und fordert umfassende Reformen. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer des Bosch Health Campus, verweist auf stärkere Teamarbeit in der Primärversorgung und nennt die vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Digitalisierungsgesetze sowie die geplanten Vorhaben zur Primärversorgung eine wichtige Chance.

Quelle:
aerzteblatt.de

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