Unerwartetes Aus für Kreißsaal in Kamenz: Wirtschaftlicher Druck entscheidet
Ende Mai schließt die Geburtsstation in Kamenz. Gründe sind sinkende Geburtenzahlen, steigender wirtschaftlicher Druck und höhere Anforderungen an Personal und Versorgung…
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Das St. Johannes Krankenhaus Kamenz schließt Ende Mai seine Geburtsstation, weil sinkende Geburtenzahlen und wirtschaftlicher Druck den Betrieb unrentabel machen. Die Entscheidung fiel kurzfristig, um andere Leistungsbereiche des Hauses zu stabilisieren.
Die Klinikleitung nennt keine Qualitätsprobleme. Die Abteilung habe über Jahre zuverlässig gearbeitet. Dennoch sank die Zahl der Geburten deutlich. 2022 kamen noch gut 400 Kinder zur Welt, im vergangenen Jahr waren es nur noch 316. Der demografische Wandel verstärkt diese Entwicklung.
Das Krankenhaus beobachtete die wirtschaftliche Lage der Abteilung bereits länger. Neue Rahmenbedingungen durch die Krankenhausreform und steigende Anforderungen führten nun zur Neubewertung. Die Klinik muss eine fachärztliche Versorgung rund um die Uhr sicherstellen. Diese Struktur verursachte bei sinkenden Fallzahlen ein Defizit.
Zusätzlichen Druck erzeugen gesetzliche Mindestvorgaben, etwa bei onkologischen Brustoperationen. Diese Anforderungen kann die Abteilung nicht erfüllen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Personal und Organisation, was kleinere Häuser besonders belastet.
Fünf Ärzte verlieren ihre Stellen. Pflegekräfte und Hebammen sollen im Haus weiterarbeiten. Die Stadt Kamenz reagiert kritisch. Oberbürgermeister Michael Preuß kündigt Gespräche an. Eine Petition mit über 7.800 Unterschriften fordert den Erhalt.
Für Schwangere entstehen längere Wege. In der Region bleiben nur wenige Kreißsäle verfügbar.
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