Universitätsmedizin in Cottbus erprobt neue Modelle für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
Die Modellregion Gesundheit Lausitz entwickelt neue Ansätze für die Versorgung im ländlichen Raum. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem baut dafür ein digitales Leitkrankenhaus mit KI-gestützten Anwendungen und vernetzter Infrastruktur auf…
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Mit der Modellregion Gesundheit Lausitz entsteht in Cottbus ein neuer Ansatz für die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen. Das Konzept verbindet Versorgungsorganisation, Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Daraus sollen Modelle entstehen, die sich auch auf andere Regionen übertragen lassen.
Im Zentrum steht die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT). Sie wurde als erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs gegründet. Ihr Auftrag umfasst die Weiterentwicklung der regionalen Versorgung sowie die Erprobung neuer Versorgungsmodelle. Forschungsschwerpunkte sind Gesundheitssystemforschung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Die Ausgangslage in der Lausitz verdeutlicht den Handlungsdruck. Rund 600.000 Menschen leben in der Region bei vergleichsweise geringer Bevölkerungsdichte. Gleichzeitig altert die Ärzteschaft deutlich. In Brandenburg ist etwa ein Drittel der Haus- und Fachärztinnen und Fachärzte älter als 60 Jahre. Der geplante Ausstieg aus dem Braunkohleabbau bis 2038 verstärkt den Strukturwandel und stellt zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge vor neue Aufgaben.
Mit mehr als 4.000 Beschäftigten, 22 Kliniken und vier Instituten versorgt die MUL-CT jährlich über 150.000 Patientinnen und Patienten. Die Einrichtung versteht sich als Universitätsmedizin im Aufbau und übernimmt eine zentrale Rolle im regionalen Versorgungssystem. Neben medizinischer Versorgung entstehen neue Arbeitsplätze in Medizin, Pflege, Forschung, Lehre und Technik. Gleichzeitig stärkt die Universität den Wissenstransfer und baut regionale Versorgungsstrukturen weiter aus.
Ein zentraler Baustein der Modellregion ist die Digitalisierung der Versorgungsprozesse. Dazu arbeitet die MUL-CT mit Doctolib als strategischem Digitalisierungspartner zusammen. Gemeinsam bauen beide Partner eine KHZG-konforme digitale Infrastruktur entlang des gesamten Patientenpfades auf. Kern ist ein zentrales Patientenportal, das Terminmanagement, strukturierte Vorabinformationen, sichere Kommunikation mit Patientinnen und Patienten sowie digitale Signaturen bündelt und an das Krankenhausinformationssystem anbindet.
Zusätzlich ermöglicht Doctolib Connect eine datenschutzkonforme Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. Perspektivisch wird die Partnerschaft auch auf die MVZ-Praxen der Universitätsmedizin ausgeweitet. Dort sind weitere digitale Anwendungen vorgesehen, darunter ein KI-gestützter Telefonassistent für Terminvereinbarungen und eine digitale Rezeption für die Patientenaufnahme. Diese Lösungen sollen administrative Abläufe vereinfachen und die Vernetzung der Versorgung stärken.
Die Modellregion versteht Digitalisierung als strategisches Instrument zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Die enge Verbindung von Universitätsmedizin, digitaler Infrastruktur und regionalen Netzwerken macht die Lausitz zu einem Praxislabor für neue Versorgungsformen im Gesundheitswesen.
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