Unzufriedenheit taugt laut Arne Evers nicht als Maßstab für die Finanzierung der Pflege
Arne Evers hält die Unzufriedenheit in der Pflege nicht für einen geeigneten Maßstab zur Bewertung des Pflegebudgets. Er sieht die Ursachen tiefer, bei pflegefremden Tätigkeiten, Reformdruck und einer unpassenden Finanzierung…
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Arne Evers, Pflegedirektor des St. Josefs-Hospital Wiesbaden, wendet sich gegen die Forderung, das Pflegebudget wegen der Unzufriedenheit in der Pflege abzuschaffen. Seine zentrale Aussage lautet, dass Zufriedenheit kein tragfähiger Maßstab für die Wirksamkeit eines Finanzierungsinstruments ist. Er beschreibt das Pflegebudget deshalb als Teil eines tieferen Systemproblems.
Als ersten Grund nennt Evers die Verlagerung pflegefremder Tätigkeiten auf die Pflege. Vor diesem Risiko habe es schon bei der Einführung des Pflegebudgets Warnungen gegeben. Unter wirtschaftlichem Druck hätten Kliniken genau diesen Weg gewählt. Die nun erfolgte Klarstellung müsse sich erst noch bewähren. Den Vorschlag der Expertenkommission für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen, das Pflegebudget wieder in die DRG zurückzuführen, beschreibt er als diskutablen Vorstoß mit offenem Ende.
Das eigentliche Dilemma sieht Evers im fehlenden Gleichlauf von Profession und Finanzierung. Die Pflege verändere sich durch Generalistik, Pflegefachassistenzgesetz, BEEP und das geplante Pflegemasterstudiengesetz grundlegend. Diese Reformen hätten aus seiner Sicht früher kommen müssen, damit die Finanzierung die Aufwertung des Berufs, auch mit erweiterten heilkundlichen Tätigkeiten, besser abbildet.
Evers lehnt Einsparungen zulasten der Pflege ab. Er fordert Investitionen in akademische Pflege, eine stärkere Pflegeprozesssteuerung und mehr Verantwortung für die Profession.
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