Pressemeldung

ver.di: Pflegepersonaluntergrenzen – Bayern muss handeln

ver.di lehnt Überlegungen ab, die Pflegepersonaluntergrenzen bei der Zuweisung von Leistungsgruppen zu streichen. Die Gewerkschaft warnt vor mehr Risiken für Patienten, höherer Belastung im Pflegealltag und weiterem Fachkräfteschwund in Bayern…

31. März 2026
  • Personal
  • Pflege

Aktuell wird darüber diskutiert, die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) bei der Zuweisung von Leistungsgruppen im Rahmen der Krankenhausreform fallen zu lassen. Für ver.di ist das ein fatales Signal. „Wer die Pflegepersonaluntergrenzen bei der Krankenhausreform infrage stellt, blendet reale Gefahren für Patientinnen und Patienten aus und missachtet die tägliche Überlastung des Pflegepersonals. Gerade in einem Flächenland wie Bayern mit seinem Stadt-Land-Gefälle in der Versorgung und dem wachsenden Fachkräftemangel wäre es unverantwortlich, Schutzstandards in der Pflege abzusenken“, erklärt Dr. Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter für Gesundheit und Bildung bei ver.di Bayern.

Die heute geltenden gesetzlichen Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) zielen anders als die bislang unverbindliche Pflegepersonal-Reglung (PPR 2.0) gar nicht auf eine angemessene Patientenversorgung. Sie markieren lediglich eine rote Linie, um besonders gefährliche Unterbesetzungen zu verhindern. Ihr Zweck ist es, Patientinnen und Patienten davor zu schützen, durch eine sehr schlechte Personalausstattung in der Pflege zusätzlichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt zu werden. Die Unterschreitung der Untergrenzen führt nachweislich zu höheren Gesundheitsrisiken, längeren Liegezeiten und mehr Komplikationen.

Gleichzeitig gefährdet eine zu knappe Personalbemessung auch die Gesundheit der Beschäftigten. Zu wenig Personal erhöht den Druck auf die Pflegefachpersonen, verschärft die Belastung im Arbeitsalltag und treibt letztlich noch mehr Fachkräfte aus dem Beruf. Gerade Bayern kann sich das angesichts des Personalmangels und der Herausforderungen einer flächendeckenden Krankenhausversorgung nicht leisten.

Beim Bayerischen Krankenhausgipfel 2026, den ver.di gemeinsam mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am 15. Juni ausrichtet, steht das Thema Personal ausdrücklich im Mittelpunkt. Denn klar ist: „Ohne Personal geht es nicht“ – so der Titel eines zentralen Panels der Veranstaltung. „Man mag hier unterschiedlicher Auffassung über Qualitätsstandards sein“, so Heinz Neff, Fachsekretär für den Bereich Krankenhäuser. „Aber die Personaluntergrenze schleifen zu wollen, bedeutet Zielvorgaben einstampfen zu wollen.“

„Die Pflegepersonaluntergrenzen sind kein überflüssiges Bürokratieinstrument, sondern eine Mindestabsicherung für Patientensicherheit und Arbeitsbedingungen. „Von der Bayerischen Staatsregierung erwarten wir eine klare politische Haltung“, betont Hinke: „Wer Qualität in der Krankenhausversorgung ernst nimmt, muss die Beibehaltung der Pflegepersonaluntergrenzen akzeptieren“.

Quelle:
verdi.de

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