ver.di-Vize Kocsis: Änderungen am Arbeitszeitgesetz überflüssig – „Gesundheit und Erholung massiv gefährdet“
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) lehnt die geplanten Änderungen am Arbeitszeitgesetz ab und warnt eindringlich vor den negativen Folgen einer Einführung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit: „Viele Beschäftigte arbeiten bereits jetzt an der Belastungsgrenze oder auch darüber hinaus.
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Mit einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit über acht Stunden hinaus bleibt keine Zeit mehr für Erholung und Regeneration, die Gesundheitsgefährdungen nehmen massiv zu“, warnte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis anlässlich des Sozialpartnerdialogs zur Arbeitszeit am Mittwoch in Berlin.
Mit den von der Bundesregierung geplanten Änderungen würde nur noch die Mindestruhezeit von elf Stunden als Regulativ bleiben. Damit wäre ein Arbeitstag von 13 Stunden möglich. „Damit werden wichtige Arbeitsschutzregelungen unterlaufen und insbesondere Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen getroffen“, betonte Kocsis. „Änderungen am Arbeitszeitgesetz sind unnötig und vor allem kontraproduktiv: mehr Krankschreibungen und gesundheitliche Langzeitfolgen, negative Konsequenzen für die Gleichstellung, noch geringere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Gerade in prekären Beschäftigungsverhältnissen drohe die Gefahr, dass die Arbeitszeit der Beschäftigten gegen ihren Willen einseitig verlängert wird. Kocsis: „Das ist ein gravierender arbeitsmarkt- und gesundheitspolitischer Rückschritt.“
Dagegen habe sich das bestehende Arbeitszeitgesetz in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend bewährt und lasse sich zudem flexibel an die betrieblichen Erfordernisse anpassen: „Das beweisen hunderte von passgenauen Tarifverträgen allein im Zuständigkeitsbereich von ver.di“, erklärte Kocsis.
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