Verwaltungskosten der Kassen bleiben laut Expertin ein Nebenschauplatz

Gesundheitswissenschaftlerin Verena Vogt hält die Zahl der Krankenkassen nicht für einen wesentlichen Kostentreiber der GKV. Verwaltungsausgaben machten 2025 nur rund vier Prozent aus. Größere Einsparungen erwartet sie vor allem außerhalb der Kassenverwaltung…

23. April 2026
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Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen treibt die Kosten im Gesundheitswesen nach Einschätzung der Jenaer Gesundheitswissenschaftlerin Verena Vogt nicht maßgeblich. Sie verweist darauf, dass die Nettoverwaltungsausgaben der Kassen im vergangenen Jahr 13,3 Milliarden Euro betrugen. Das entsprach nur rund vier Prozent der gesamten GKV-Ausgaben. Eine Reduzierung der Kassenzahl verspricht aus ihrer Sicht deshalb keinen großen Spareffekt.

Vogt gehört der Expertenkommission an, die dem Bundesgesundheitsministerium 66 Sparvorschläge zur Stabilisierung der Kassenbeiträge vorgelegt hat. Sie betont, dass die Verwaltungsausgaben der Kassen im vergangenen Jahrzehnt im Schnitt um 2,5 Prozent pro Jahr stiegen. Die Leistungsausgaben legten mit 5,2 Prozent pro Jahr deutlich stärker zu. Zugleich hätten die Kassen nur begrenzten Spielraum, weil der Gesetzgeber den Großteil der Leistungen festlegt.

Für die Kassen schlug das Gremium vor, die Werbeausgaben auf 2,80 Euro je Mitglied zu begrenzen. Vogt beziffert das mögliche Einsparvolumen auf rund 70 Millionen Euro pro Jahr. Gesundheitsministerin Nina Warken griff diesen Punkt in den Kernpunkten ihres Sparpakets auf.

Vogt verweist außerdem auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Die Zahl der Krankenkassen sank von 420 zur Jahrtausendwende auf derzeit 93. Die 20 größten Kassen versichern heute 84 Prozent der gesetzlich Versicherten. Auch die Digitalisierung erhöhte die Effizienz. 2024 betreute ein Mitarbeiter im Schnitt 563 Versicherte, 20 Jahre zuvor waren es 487. Als warnendes Beispiel nennt Vogt Österreich. Dort stiegen die Verwaltungsausgaben nach einer Kassenfusion zwischen 2020 und 2024 um 25 Prozent.

Quelle:
aerzteblatt.de

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