Vivantes, Charité, DRK: Wie Berlins Kliniklandschaft um ihre Zukunft kämpft
Das Spargesetz des Bundes reißt in Berlins Kliniklandschaft tiefe Löcher: Für 2027 droht ein Defizit von 450 Millionen Euro. Bundeskürzungen, ungeklärte Reformbedingungen und ein strukturell unterfinanzierter Senat verschärfen die Lage dramatisch…
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Berlins Krankenhäuser stecken in akuter Finanznot. Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, warnt für 2027 vor einem Defizit von 450 Millionen Euro. Die 25 Millionen Euro, die Berlin aus dem 550-Millionen-Bundestopf erhält, bezeichnet er als „Tropfen auf dem heißen Stein“.
Das Spargesetz deckt Tariferhöhungen künftig nur noch zu 50 Prozent, das Pflegebudget wird gedeckelt. Tarifgebundene Häuser müssen Personalkosten zunehmend aus eigenen Mitteln bestreiten. Selbst das letzte Fünftel der bisher profitablen Berliner Kliniken droht ins Defizit zu rutschen.
Vivantes verbuchte zuletzt ein Defizit von 121 Millionen Euro, die Charité eines von 63 Millionen. Ohne Landeszuschüsse wäre Vivantes insolvent. Im Doppelhaushalt 2026/27 erhält der Konzern fast 500 Millionen Euro Eigenkapital vom Land, während alle nicht-öffentlichen Häuser zusammen nur 110 Millionen Euro Investitionshilfe bekommen. Insgesamt flossen laut Klägern 1,2 Milliarden Euro vor allem an Vivantes. Das Verwaltungsgericht wies eine Klage privater und freigemeinnütziger Träger dagegen im Juni ab, die Kläger gehen in die nächste Instanz.
Die Krankenhausreform stockt: Welche Leistungsgruppen welche Häuser übernehmen dürfen, entscheidet der Medizinische Dienst erst Ende des Jahres. Ohne diese Grundlage ist kein neuer Krankenhausplan möglich. Berlin hat derzeit 47 Plankrankenhäuser und über 40 weitere Kliniken mit 20.100 Betten, bei 47 Betten pro 10.000 Einwohner bundesweit eines der niedrigsten Angebote.
Gesundheitssenatorin Ina Czyborra nannte die Bundesvorgaben eine „Abrissbirne“ für Berliner Krankenhäuser, stimmte aber mit ihrer SPD im Bundestag für die Kürzungen. Ein Krankenhausmanager prognostiziert bis 2030 eine Phase der Marktbereinigung.
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