Vivantes in der Zwickmühle: Klinikgigant zwischen Patientenrekord und Finanzkollaps
Vivantes glänzt mit Rekordzahlen – und rutscht trotzdem tief in die roten Zahlen. Trotz modernster Technik, wachsender Fallzahlen und einer starken Belegschaft frisst der enorme Personalaufwand fast den gesamten Umsatz auf. Wie lange hält das noch?
- Ökonomie
Vivantes behandelt so viele Menschen wie nie zuvor: Über 735.000 Fälle, fast 100.000 Operationen und mehr als 10.000 Geburten. Der Umsatz steigt auf 1,66 Milliarden Euro. Doch am Ende steht ein Defizit von 146 Millionen Euro. Der Hauptgrund: Personal. Über 20.000 Beschäftigte aus 132 Nationen sichern die Versorgung. Fast 76 Prozent des Umsatzes fließen in Löhne. Investiert wird in bessere Bedingungen, Ausbildung und Digitalisierung. Neue Tarifverträge erhöhen die Kosten zusätzlich. Auch modernste Technik, wie digitale Dienstpläne oder Schichtalgorithmen, zeigt wirtschaftlich noch keine Entlastung. Vivantes-Chef Johannes Danckert sieht den Konzern auf Sanierungskurs, betont aber, dass das Ziel noch nicht erreicht ist. Die Herausforderung besteht darin, eine hohe Qualität zu halten und gleichzeitig wirtschaftlich zu überleben. Der Fall zeigt exemplarisch, wie sich der Reformstau im deutschen Kliniksektor inzwischen dramatisch auswirkt – selbst bei einem kommunalen Vorzeigebetrieb wie Vivantes.
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