Sächsische Staatsregierung ohne Konzept gegen Klinikgewalt

In sächsischen Krankenhäusern stieg die Zahl registrierter Straftaten von 358 (2022) auf 519 (2025). Eine gesonderte Erfassung von Gewalt gegen Personal sowie eine Landesstrategie fehlen…

17. Juli 2026
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Die Zahl der in sächsischen Krankenhäusern registrierten Straftaten ist zwischen 2022 und 2025 von 358 auf 519 Fälle gestiegen. Das geht aus der Antwort der sächsischen Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser hervor. Besonders häufig waren 2025 Körperverletzungen mit 175 Fällen und Bedrohungen mit 89 Fällen. Die Gewaltkriminalität stieg im selben Zeitraum von 17 auf 43 Fälle.

Trotz dieser Entwicklung erfasst Sachsen Gewalt gegen Krankenhauspersonal statistisch nicht gesondert. Die Staatsregierung kann daher weder das tatsächliche Ausmaß noch die Entwicklung der Gewalt gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen beziffern. Erkenntnisse zur Dunkelziffer liegen ihr ebenfalls nicht vor. Die Verantwortung für den Schutz der Beschäftigten sieht die Staatsregierung grundsätzlich bei den Krankenhausträgern.

Löser fordert drei konkrete Maßnahmen: ein landesweites Monitoring zur einheitlichen Erfassung und Auswertung von Gewaltvorfällen, einen sächsischen Leitfaden zur Gewaltprävention mit Empfehlungen zu Meldewegen, Deeskalation und Sicherheitskonzepten sowie finanzielle Unterstützung für technische und bauliche Schutzmaßnahmen wie Alarmierungssysteme oder sichere Aufnahmebereiche. Entwickelt werden soll das Konzept gemeinsam mit Krankenhäusern, Beschäftigtenvertretungen, Unfallkassen, Polizei und Fachverbänden.

Quelle:
gruene-fraktion-sachsen.de

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