VUD-Chef Scholz kritisiert Rasenmäher-Prinzip: Pauschale Sparmaßnahmen treffen Spitzenmedizin ungezielt

Der VUD warnt, dass das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Unterfinanzierung der Universitätsklinika verschärft, deren Defizite von über 800 Millionen Euro sich bereits im kommenden Jahr mehr als verdoppeln könnten…

15. Juni 2026
  • Politik
  • Ökonomie

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) warnt anlässlich der Bundestagsberatungen vom 12. Juni 2026 vor den wirtschaftlichen Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Die pauschalen Einsparmaßnahmen verschärfen eine bereits bestehende strukturelle Unterfinanzierung, ohne zwischen Einrichtungstypen oder Versorgungsaufgaben zu differenzieren.

Die Defizite der Universitätsklinika lagen 2024 bei über 800 Millionen Euro. Unter den Bedingungen des neuen Gesetzes erwartet der VUD bereits im kommenden Jahr eine Verdopplung dieser Summe. VUD-Vorstandsvorsitzender Prof. Jens Scholz kritisiert, das Gesetz folge dem „Rasenmäher-Prinzip“. Es fehle ein klares Zielbild und eine differenzierte Ausrichtung, die der besonderen Rolle der Universitätsklinika Rechnung trägt.

Universitätsklinika erbringen Leistungen, die andere Krankenhäuser nicht abdecken. Organtransplantationen, komplexe onkologische Therapien, Versorgung seltener Erkrankungen sowie 24/7-Notfallversorgung. In Krisensituationen wie Pandemien oder Konfliktszenarien sind sie systemrelevant. Die bestehende Finanzierungsstruktur ist jedoch auf standardisierte Leistungen ausgerichtet und vernachlässigt diesen Versorgungsauftrag systematisch.

Die Folge der zusätzlichen Kürzungen: Bundesländer müssen die entstehenden Lücken aus Landeshaushalten ausgleichen. VUD-Generalsekretär Jens Bussmann betont, ohne echte Strukturveränderungen in der Krankenhausplanung werde weder eine effizientere Versorgung noch eine wirtschaftlich stabile Universitätsmedizin erreichbar sein.

Quelle:
uniklinika.de

Medinfoweb
Die etablierte Informationsplattform für Informatik, Ökonomie, Marketing und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen.

Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.