Warken kündigt bis zum Sommer Konzept für Primärversorgung an
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken rückt die ambulante Versorgung ins Zentrum ihrer Reformpläne und will bis zum Sommer ein Konzept für das Primärversorgungssystem vorlegen. Teamleistung, Digitalisierung und neue Apothekenaufgaben stehen dabei im Fokus…
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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stellt die ambulante Versorgung ins Zentrum ihrer Reformpolitik. Auf dem SpiFa-Fachärztetag nannte sie den ambulanten Bereich das „Rückgrat des Systems“. Zugleich kündigte sie bis zum Sommer ein Konzept für das Primärversorgungssystem an. Es soll die Teamleistung stärker berücksichtigen und die ambulante Versorgung auf breitere Schultern verteilen.
Warken sagte, die Neuorganisation sei komplex und keine einfache Aufgabe. Den laufenden Fachdialog bewertete sie aber als gut, konstruktiv und vertrauensvoll. Spifa-Vorstandschef Dirk Heinrich teilte diese Einschätzung ausdrücklich. Trotz unterschiedlicher Sichtweisen zeigte sich die Ministerin zuversichtlich. Für die Reform brauche man die Expertise der Fachärzte auch im weiteren Verfahren.
Einen Schwerpunkt setzt Warken auf die stärkere Einbindung nicht ärztlicher Gesundheitsberufe. Das solle Ärzte entlasten und die nicht ärztlichen Gesundheitsberufe als Tätigkeitsfeld attraktiver machen. An der von Ärzten kritisierten Apothekenreform hält sie fest. Apotheken sollen künftig alle Impfungen ohne Lebendimpfstoffe übernehmen, Schnelltests gegen bestimmte Erreger anbieten, bei Früherkennung und Prävention mitwirken und in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verschreibung abgeben können.
Parallel will Warken die Digitalisierung nutzenstiftend ausbauen. Im Primärversorgungssystem sollen digitale Ersteinschätzung, digitale Terminvermittlung und elektronische Überweisung eine große Rolle spielen. Nach ihren Angaben erarbeitet das Ministerium die gesetzlichen Grundlagen dafür im neuen Digitalgesetz parallel zum Primärversorgungsgesetz.
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