Warnow Klinik streicht ab 1. Januar Palliativstation, Chirurgie und Orthopädie
Ab dem 1. Januar entfallen in der Warnow Klinik Bützow die chirurgische, orthopädische und Palliativstation, die genaue Zahl der Kündigungen bleibt offen…
- Ökonomie
Die Warnow Klinik in Bützow baut ihr Angebot ab dem 1. Januar deutlich ab. Chirurgische, orthopädische und Palliativstation entfallen, und damit auch viele Arbeitsplätze. Erhalten bleiben sollen nur die Innere Medizin und die Geriatrie.
Die genaue Zahl der Kündigungen nennt die Klinik nicht. Ein Sprecher verweist auf interne Informationen und betont, dass alle Berufsgruppen betroffen sind. Bürgermeister Christian Grüschow spricht von etwa 100 gekündigten Mitarbeitern. Auch die Stadt als Gesellschafterin mit elf Prozent kennt die genauen Zahlen nicht.
Geschäftsführer Dr. Marco Krüger nennt den Schritt unvermeidlich, wenn in der Region eine Krankenhausversorgung aufrechterhalten werden soll.
Lisa Schade muss zum Jahresende gehen. In der jüngsten Stadtvertretersitzung fragte sie nach den Folgen für Rettungsdienst und Polizei, nach der Verantwortung für die Schließung der Palliativstation und danach, ob Bützow alle Möglichkeiten zu deren Erhalt genutzt hat.
Grüschow sieht kaum Einfluss der Stadt. Die Stadt hält ihre Anteile ohne Stimmrecht, und im Insolvenzverfahren geben Gesellschafter ihre Rechte ab, sodass sie nur Informationsempfänger ist. Die Klinik befindet sich in einem Schutzschirmverfahren. Laut Grüschow haben die Krankenkassen einen Finanzrahmen vorgegeben, der die Schritte unumgänglich machte.
Der Stadtvertreter und Mediziner Karsten Thiemann sieht die Ursachen viele Jahre zurückliegend. Die meisten Fehler habe die Geschäftsführung gemacht, etwa beim Abbau der Anästhesie, bei der Umwandlung der Intensivstation in eine Intermediate Care und bei der Ausgliederung des Rettungsdienstes.
Grüschow befürchtet, dass weitere Mitarbeiter die Klinik aus eigenen Stücken verlassen. Schade beschreibt eine unglaublich hohe psychische Belastung für alle Beschäftigten.
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