Warum 70 Prozent Bettenauslastung keine Überkapazität bedeutet

Uwe Leder kritisiert die These, wonach eine durchschnittliche Bettenauslastung von 70 Prozent bedeute, dass 30 Prozent der Krankenhausbetten abgebaut werden könnten…

13. Februar 2026
  • Ökonomie

Uwe Leder, Geschäftsführer beim SRH Wald-Klinikum Gera., beim SRH Zentralklinikum Suhl und beim SRH Klinikum Burgenlandkreis, widerspricht der gängigen Annahme, eine Bettenauslastung von 70 Prozent im Jahresschnitt belege Überkapazitäten. Er rechnet vor, dass strukturelle Faktoren diese Zahl stark beeinflussen.

Krankenhäuser arbeiten überwiegend in der Fünf-Tage-Woche. Da 60 Prozent der Patientinnen und Patienten nur maximal zwei Nächte bleiben, sinkt die Auslastung am Wochenende deutlich. Rechnerisch ergibt sich daraus bereits eine niedrigere Durchschnittsauslastung. Hinzu kommen sterbende Menschen, die Einzelzimmer benötigen, isolationspflichtige Erkrankungen sowie demente Patientinnen und Patienten. Betten müssen aus hygienischen und organisatorischen Gründen häufig freigehalten werden.

Die Mitternachtsstatistik erfasse zudem nicht die Notzugänge zwischen null und acht Uhr morgens. In dieser Zeit nehmen Kliniken täglich viele stationäre Patientinnen und Patienten auf. Ab 80 Prozent Jahresauslastung dominieren laut Leder bereits Flurbetten, vorzeitige Entlassungen und Rationierungen. Viele Akutkliniken erreichen zwischen 75 und 85 Prozent funktionale Vollbelegung.

Quelle:
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