Ärztetag 2026: Bundesärztekammer fordert Strukturreformen statt Sparpolitik

Der Deutsche Ärztetag 2026 rückt Strukturreformen, Finanzierung der GKV, Weiterbildung und Suchtmedizin in den Fokus. Die Bundesärztekammer fordert praxisnahe Lösungen und kritisiert zentrale Reformvorhaben…

29. April 2026
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Der 130. Deutsche Ärztetag stellt zentrale Weichen für Strukturreformen im Gesundheitswesen und fordert konkrete Anpassungen statt reiner Sparmaßnahmen. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, betont die Notwendigkeit eines effizienteren Systems und klarer Versorgungsstrukturen.

Die Delegierten beraten über die Einführung eines Primärversorgungssystems, die Reform der Notfallversorgung und die Umsetzung der Krankenhausreform in den Ländern. Reinhardt fordert eine gezielte Steuerung des Zugangs zur Versorgung. Gleichzeitig warnt er vor übermäßiger Bürokratie und verlangt eine stärkere Einbindung der ärztlichen Selbstverwaltung.

Die Bundesärztekammer bewertet den Entwurf zur Notfallreform kritisch. Besonders das geplante 24/7-Angebot im ambulanten Bereich hält sie angesichts begrenzter Ressourcen für nicht umsetzbar. Auch parallele Ersteinschätzungssysteme lehnt sie ab.

Bei der Krankenhausreform fordert Reinhardt eine grundlegende Überarbeitung der Vorhaltevergütung sowie Anpassungen bei Qualitätsvorgaben. Er sieht Risiken für die ärztliche Weiterbildung, da weniger Kliniken vollständige Weiterbildungsbefugnisse behalten. Deshalb verlangt er bessere rechtliche Rahmenbedingungen für Weiterbildungsverbünde.

Zudem rückt der Ärztetag die Finanzierung der GKV in den Fokus. Reinhardt fordert zusätzliche Steuerzuschüsse für Bürgergeldbeziehende und appelliert an Lars Klingbeil.

Inhaltlich setzt der Ärztetag außerdem Schwerpunkte in der Suchtmedizin und der Reform der Weiterbildungsordnung. Auch die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte bleibt auf der Agenda.

Quelle:
aerzteblatt.de

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