Welt-Sepsis-Tag: Warum Algorithmen Leben retten können, bevor Symptome sichtbar werden
Die DGAI plädiert zum Welt-Sepsis-Tag für bessere Früherkennung, kontinuierliche Schulungen im Gesundheitswesen und den gezielten Einsatz digitaler Frühwarnsysteme, um die jährlich rund 85.000 Sepsis-Toten in Deutschland zu reduzieren…
- Digitale Klinik
- QM
In Deutschland sterben jährlich rund 85.000 Menschen an oder mit einer Sepsis. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September fordert die DGAI drei Maßnahmen: mehr Wissen über Warnzeichen in der Bevölkerung, kontinuierliche Sensibilisierung aller Gesundheitsberufe sowie den gezielten Einsatz digitaler Frühwarnsysteme.
Sepsis entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion auf eine Infektion außer Kontrolle gerät und lebenswichtige Organe schädigt. Die Symptome sind zunächst unspezifisch mit plötzlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands, Verwirrtheit, Atemnot, Kreislaufproblemen sowie Fieber oder Untertemperatur. DGAI-Präsident Prof. Dr. Gernot Marx, Universitätsklinikum Aachen, fordert, die Frage „Könnte es eine Sepsis sein?“ müsse in der Bevölkerung und im Gesundheitswesen gleichermaßen verankert werden.
Wissen über Sepsis gehört nach Ansicht der DGAI dauerhaft in Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Gesundheitsberufe. Marx berichtet aus dem Klinikalltag: Mitarbeitende mit Intensivstationserfahrung erkennen Sepsisverläufe auf anderen Stationen früher und können schneller reagieren.
Digitale Frühwarnsysteme eröffnen zusätzliche Möglichkeiten. Algorithmen werten Standardparameter kontinuierlich aus und können Behandlungsteams teils mehrere Stunden vor dem Auftreten klinischer Zeichen auf eine drohende Sepsis hinweisen. Sie sollen die klinische Beurteilung ergänzen, nicht ersetzen.
Prävention beginnt vor der Früherkennung mit Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und RSV, die Infektionen verhindern und damit das Sepsisrisiko senken können. Prof. Dr. Thorsten Brenner, Universitätsklinikum Essen, verlangt zudem, die Therapie stärker auf individuelle Krankheitsverläufe und Patientengruppen auszurichten.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.