Welttag der Patientensicherheit 2026: Vier digitale Mindeststandards für sichere Klinikversorgung

Das APS fordert zum Welttag der Patientensicherheit verbindliche Übergabeprozesse, digitale Infrastruktur und stärkere Einbindung chronisch Kranker als Voraussetzung für eine sichere Krankenhausreform…

21. September 2026
  • QM

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hat am 17. September 2026 im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus klargestellt, dass die laufende Krankenhausreform nur gelingen kann, wenn Patientensicherheit strukturell mitgedacht wird.

Mit dem Start sektorenübergreifender Versorgungseinrichtungen (SüV) werden komplexe Eingriffe und Nachsorge räumlich und organisatorisch getrennt. APS-Vorsitzende Dr. Heidemarie Haeske-Seeberg warnte, dass rein administrative Regelungen zu Finanzflüssen nicht ausreichen. Verbindliche Übergabeprotokolle, klare Kriterien für Telekonsilium und Rückverlegung sowie institutionsübergreifende Peer Reviews sind aus Sicht des APS zwingend erforderlich.

Stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Albrecht Stier benannte vier digitale Mindestanforderungen: elektronische Patientenakte (ePA), digitaler Medikationsplan mit Wechselwirkungswarnung, elektronischer Arztbrief und laienverständlicher Patientenbrief. Fehlende Daten in der Notaufnahme seien kein Randproblem, sondern ein tägliches Sicherheitsrisiko.

Schwerpunktthema des diesjährigen Welttags war die Versorgung chronisch Kranker. Zwischen 40 und 54 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen, bei Kindern und Jugendlichen rund 16 Prozent. Die Gesamtausgaben liegen bei knapp 500 Milliarden Euro jährlich. Generalsekretärin Dr. Franziska Diel forderte eine sektorenübergreifende Ausweitung evidenzbasierter Disease-Management-Programme und die Anerkennung des Erfahrungswissens chronisch Kranker als Sicherheitsressource. Bundesweit beteiligten sich mehr als 120 Einrichtungen an Aktionen zum Welttag.

Quelle:
hcm-magazin.de

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