Pressemeldung

Weltweit erstmalig das Potential kollaborativer Robotik zur körperlichen Entlastung von Pflegefachpersonen experimentell quantifiziert

Maximaler Kraftaufwand im Pflegeprozess um bis zu 51 Prozent reduziert: OLB-Wissenschaftspreis für Dr. Anna Schumacher

12. Juni 2025
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Oldenburg. Die OLB-Stiftung hat den mit 22 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis verliehen und will damit auf die Bedeutung von Wissenschaftsförderung aufmerksam machen. Ausgezeichnet wurden sechs Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Hochschulen im Nordwesten, darunter Dr. Anna Schumacher aus Oldenburg (3.500 Euro).

Dr. Anna Schumacher befasst sich in ihrer Dissertation mit der körperlichen Entlastung für Pflegekräfte durch kollaborative Robotik: Pflegefachpersonen sind täglich hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt – insbesondere bei wiederkehrenden Tätigkeiten wie dem Umlagern von Patienten. Diese Belastungen führen häufig zu Muskel-Skelett-Erkrankungen, Arbeitsunfähigkeit und einem vorzeitigen Berufsausstieg – ein Risiko, das angesichts des Fachkräftemangels gravierend ist.

Im Rahmen der Arbeit wurde weltweit erstmalig das Potential kollaborativer Robotik zur körperlichen Entlastung von Pflegefachpersonen experimentell quantifiziert. Durch den Einsatz eines Robotersystems konnte der maximale Kraftaufwand im Pflegeprozess um bis zu 51 Prozent reduziert werden.

Stark asymmetrische Haltungen und Bewegungen während der Umlagerung korrespondierten mit ausgeprägten Maxima in den Muskelaktivitätsdaten der unteren Gliedmaßen und der Wirbelsäule und wurden um bis zu 87 Prozent reduziert. Dies führte zu einer signifikanten Reduktion der durchschnittlichen Muskelaktivität an der Wirbelsäule um bis zu 55 Prozent.  

Die Arbeit zeigt die Machbarkeit der robotergestützten Umlagerung von Patienten und legt den Grundstein für zukünftige Forschungsarbeiten sowie den Transfer von interdisziplinärem Forschungswissen in die Praxis.

Die OLB-Stiftung verleiht den OLB-Wissenschaftspreis seit dem Jahr 2000 nun zum dreizehnten Mal. Insgesamt sind bereits Preisgelder von rund 300.000 Euro an mehr als 80 Preisträger vergeben worden. Die Förderung von Wissenschaft steht ganz oben auf der Agenda der OLB-Stiftung. Damit leistet die Stiftung ihren Beitrag, um Fortschritte bei Erkenntnissen und wichtigen Innovationen für die gesamte Gesellschaft voranzutreiben.

Teilnehmen konnten an der aktuellen Auslobung Absolventen aller Fachbereiche der staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen im Nordwesten, die seit dem 17. Dezember 2022 eine Doktorarbeit oder eine Studienabschlussarbeit (Magister-, Diplom-, Staatsexamens-, Bachelor- oder Masterarbeit) vorgelegt haben und deren Prüfungsverfahren abgeschlossen ist.

Zur Beurteilung der Arbeiten wurden je nach Fachbereich mehrere Kriterien herangezogen wie Innovationsgrad, Theorie/Grundlagenforschung, Praxisrelevanz, Nutzen für Umwelt und Gesellschaft, Wirtschaftlichkeit, Form der Darstellung und Themenbezug. Bewertet wurde nicht nur das fachwissenschaftliche Niveau der Arbeit, sondern auch die gesellschaftliche Bedeutung, der Mut bei der Wahl des Ansatzes und die Fähigkeit, Themen besonderer Art zu entwickeln und überzeugend darzustellen.

Die Mitglieder der unabhängigen Jury: Prof. Dr. Bernadette Malinowski (Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz), Prof. Dr. Günther Meschke (Lehrstuhl für Statik und Dynamik der Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Axel Meyer (Lehrstuhl für Zoologie/Evolutionsbiologie der Universität Konstanz), Prof. Dr. Anne Paschke (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Technikrecht und das Recht der Digitalisierung an der Technischen Universität Braunschweig), Univ.-Prof. Dr. Dres. h.c. Michael Quante (Philosophisches Seminar der Universität Münster) und Prof. em. Dr. Joachim Treusch (Vorsitzender der Jury, Präsident a. D. der Constructor University Bremen).

Quelle:

olb.de


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